Bekämpfung von Kornkäfern und Mehlmotten mit Schlupfwespen
Fachartikel: Ökologischer LandbauAutor: Ökoring e.V.
Bei Verdacht auf Kornkäferbefall im gefüllten Getreidelager gibt es bei Temperaturen über 15°C die Möglichkeit des Einsatzes der Erzwespe. Diese parasitiert durch Eiablage die Kornkäferlarven im Getreidekorn und verhindert so eine Vermehrung des Schädlings. Sie ist eine interessante Alternative zum vorbeugenden Lagerschutz, da mit ihrer Hilfe auch Bereiche erfasst werden, wo sich selbst nach einer gründlichen Reinigung des Lagers noch einzelne Körner befinden können (z.B. unzugängliche Ritzen) bzw. wenn eine vorzeitige Entleerung des Lagers oder Umlagerung des Getreides nicht möglich oder zu aufwendig ist. Ihr Einsatz ist also sowohl im gefüllten Getreidelager als auch im Leerraum möglich. Ausgeliefert wird der Nützling in Einheiten von 25-30 Weibchen, welche im gefüllten Flachlager für ca. 25 qm, und bei einer Ausbringung im Leerraum für ca. 100 qm ausreichen. Der Einsatz sollte möglichst nach einer Reinigung des Lagerraums bzw. seiner Umgebung erfolgen, da Staub die Arbeit der Insekten erschwert und den Erfolg somit beeinträchtigen kann. Die Kosten belaufen sich auf rund 25 € pro Einheit. Die Tiere sind ca. 14 Tage aktiv. Der Käfer selbst wird durch die Erzwespe jedoch nicht erfasst. Das bedeutet, dass man mit ihrem Einsatz seine Vermehrung in der Zeit der Lagernutzung eindämmen bis unterbinden kann, jedoch das Problem des Käferbefalls grundsätzlich behält. Zur Vernichtung des Käfers ist einzig der Einsatz von Silikatstaub sinnvoll. Dieser darf jedoch nicht gleichzeitig mit den Erzwespen eingesetzt werden, da man dadurch die Nützlingsinsekten ebenfalls bekämpfen würde. Für den Silikatstaubeinsatz bietet sich bei Kombination daher die Leerraumbehandlung z.B. direkt vor der Ernte an, jedoch erst nach dem Schlupfwespeneinsatz.
Die Lager Erzwespe Lariophagus distinguendus findet in den Vorräten versteckt lebende Käferlarven außergewöhnlich gut dank ihres Geruchssinnes. Die Weibchen parasitieren im Verborgenen lebende Larven und Puppen von mindestens 11 Käferlarven, darunter Kornkäfer, Mais- und Reiskäfer, Brotkäfer und Getreidekapuziner. Die BBA hat einen Bekämpfungserfolg von 94% festgestellt.
Mit der Mehlmottenschlupfwespe Habrobracon Hebetor ist die Bekämpfung von Mottenlarven möglich. Die Mehlmottenschlupfwespen legen ihre Eier auf Mottenlarven. Dadurch wird die Entwicklung zum Falter verhindert. Da die Schlupfwespen nicht fliegen können, müssen diese in unmittelbarer Nähe der vermuteten Entwicklungsorte der Motten angebracht werden. Für einen 20 m² großen Raum benötigt man 2 Karten, die ca. 10 € kosten.
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