Gute Stoppelbearbeitung ist wichtig
Fachartikel: Bodenbearbeitung, Ernte und LagerungAutor: Landberatung Schaumburg e.V.
Eine gute Stoppelbearbeitung ist zur Bekämpfung von Unkraut- und Ausfallsamen, zur Verhinderung der Austrocknung des Bodens und zur Beschleunigung des Abbaus der Ernterückstände sowohl bei geplanter Mulchsaat der Folgekultur, als auch bei Pflugsaat sinnvoll und wichtig.
Die erste Welle des ausgefallenen Rapses keimt i.d.R. auch unter Stroh und Kaff ohne vorherige Bodenbearbeitung. Daher ist direkt nach der Ernte i.d.R. keine Stoppelbearbeitung erforderlich. Wenn doch direkt nach der Ernte eine Stoppelbearbeitung erfolgen soll, dann sollte eine Arbeitstiefe von max. 5 cm sichergestellt werden. Um der Schneckenausbreitung entgegen zu wirken, sollte der Ausfallraps nicht zu lange ungestört wachsen sondern bei einer Wuchshöhe von max. 5-10 cm zerstört werden. Durch eine flache Stoppelbearbeitung können dann mit den Rapspflanzen die Ernterückstände eingearbeitet und besser verteilt, die Rapsstängel kaputtgemacht und die Schnecken durch den Bodeneingriff gestört werden.
Ein Glyphosat-Einsatz zur Zerstörung des Rapsaufwuchses an Stelle einer Stoppelbearbeitung sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn der Rapsaufwuchs zu üppig geworden ist und daher nicht mehr zufriedenstellend mechanisch eingearbeitet werden kann und /oder ein erheblicher Unkrautaufwuchs mit Stiefmütterchen, Kamille, Quecke, etc. vorhanden ist. Eine mechanische Störung der Schnecken verbleibt dann allerdings.
Ein längeres ungestörtes Wachsen lassen des Ausfallrapses ist ackerbaulich zu werten wie ein Raps-Zwischenfruchtanbau direkt nach dem Raps-Hauptfruchtanbau und daher insbesondere in engen Rapsfruchtfolgen bedenklich.
Nach Getreide sollte die erste Stoppelbearbeitung, egal mit welchem Gerät sie durchgeführt wird, unverzüglich nach der Aberntung, möglichst flach (5-8 cm Arbeitstiefe) und mit guter Rückverfestigung erfolgen.
In einer zweiten Stoppelbearbeitung werden dann mit einer Arbeitstiefe von 8-12 cm aufgelaufenes Ausfallgetreide und Unkraut eingearbeitet.
Wenn wie im Jahr 2007 in der Gerste durch abgeknickte Ähren sehr viel Ausfallgetreide entstanden ist, ist es sinnvoll den flachen Stoppelbearbeitungsgang zeitnah nach dem Auflaufen der ersten Ausfall-getreidewelle zu wiederholen und erst danach tiefer in den Boden einzugreifen.
Nur wenn im folgenden Frühjahr z.B. Zuckerrüben im Strohmulch - Verfahren bestellt werden sollen, kann durch einen in den Spätsommer hinausgezögerten ersten Stoppelbearbeitungsgang der Strohabbau vermindert und damit der Erosionsschutz in den Zuckerrüben verbessert werden.

