Paratuberkulose-Verordnung

Landberatung Gifhorn-Wolfsburg e. V.

 

In Niedersachsen ist seit dem 1. November 2017 die Paratuberkulose-Verordnung in Kraft. Die Verordnung besteht aus drei Kernpunkten:

1.    Milchviehbetriebe dürfen Zuchtrinder über 24 Monaten nur aufnehmen (Zukauf Auktion, Rückkauf vom Färsenaufzüchter), wenn diese serologisch negativ auf Para-TB innerhalb eines Zeitraumes von 12 Monaten vor dem Verbringen untersucht wurden.
2.    Regelmäßige Untersuchungspflicht in Milchviehbetrieben anhand von zwei Bestandsmilchproben pro Jahr. Bestandsmilchproben sind im Abstand von drei bis neun Monaten zu untersuchen.
3.    Betroffene Betriebe müssen zusammen mit ihrem Tierarzt einen Hygieneplan (Biosicherheitsberatung) erarbeiten und diesen innerhalb eines Jahres auf Wirksamkeit prüfen.

Bei positiven Bestandsproben oder serologisch fraglichen Proben ist innerhalb von zwei Monaten eine serologische Untersuchung aller über 24 Monate alten Rinder des Bestandes, mittels Einzelmilch- oder Einzelblutprobe, durchzuführen. Untersuchungsergebnisse sind innerhalb von 14 Tagen an das Veterinäramt zu übermitteln. Die Ergebnisse werden bei Hi-Tier vermerkt. Die Kosten für vorgeschriebene Probenahmen und Laboruntersuchungen werden von der Tierseuchenkasse übernommen, ebenso die Kosten für die Biosicherheitsberatung. Mutterkuhbetriebe und Bullenmastbetriebe sind von der Untersuchungspflicht ausgeschlossen. Weitere Informationen auch auf der Homepage der niedersächsischen Tierseuchenkasse unter www.ndstsk.de.

Paratuberkulose ist eine chronische Erkrankung des Darmes beim Wiederkäuer und wird verursacht durch den Erreger Mycobacterium avium ssp paratuberculosis (MAP). Anfällig für den Erreger sind hauptsächlich Tiere im ersten Lebensjahr. Der Erreger wird durch infektiöse Tiere, das sind in der Regel Tiere mit einem Alter von über 24 Monaten, über Kot, Milch und Kolostrum ausgeschieden. Die Übertragung findet durch den direkten Kontakt von anfälligen Tieren mit Kot, Milch und Kolostrum von infektiösen Tieren oder indirekt durch eine kontaminierte Umwelt statt.

Der wichtigste Faktor bei der Verschleppung von MAP zwischen Betrieben ist der Ankauf von infizierten bzw. infektiösen Rindern, die klinisch noch nicht auffällig sind. Abhängig von der Effizienz der Hygienemaßnahmen auf einem Betrieb wird sich der Erreger nach der Einschleppung auf einem Betrieb mehr oder weniger schnell verbreiten.

15.12.2017
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").