Wildschäden

Landberatung Lüneburg e. V.

 

Im Spätsommer und Herbst häufen sich naturgemäß die Wildschäden in landwirtschaftlichen Kulturen. Generell sollten im Schadensfall die Beteiligten (Landwirte und i.d.R. Jagdpächter) versuchen, den Schaden gemeinsam zu taxieren und zu begleichen. Häufig gelingt dies auch, evtl. unter Zuhilfenahme eines Sachverständigen, der aber nicht zwingend vereidigt oder öffentlich bestellt sein muss.

Sollte eine Einigung nicht zustande kommen oder auch Zweifel am Erfolg einer solchen bestehen, gilt es, die gesetzlichen Fristen und Vorgaben zu beachten:
Landwirtschaftliche Wildschäden sind binnen einer Woche nachdem der Geschädigte vom Wildschaden Kenntnis erhalten hat oder bei gehöriger Sorgfalt hätte erhalten können, bei der für das Grundstück zuständigen Behörde schriftlich oder zu Protokoll anzumelden. In der Regel sind dies die Ordnungsämter der Samt- oder Einheitsgemeinden.

Bei Schäden an forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken genügt es, wenn er zweimal im Jahr, jeweils bis zum 1. Mai oder 1. Oktober, bei der zuständigen Behörde angemeldet wird. Für die Meldung ist neben den Daten des Geschädigten auch die Gemarkung, die Flur, das Flurstück, die Größe, die geschädigte Frucht und auch der Jagdpächter, der i.d.R. für den Schadensausgleich zuständig, zu nennen. Ab der Meldung beginnt das sogenannte Vorverfahren durch die Behörde. Dabei wird zuerst häufig ein Ortstermin mit allen Beteiligten bestimmt, Ziel ist die gütliche Einigung. Sollte es nicht dazu kommen, wird durch die Behörde ein Wildschadensschätzer eingesetzt, der den Schaden taxiert. Aufgrund dieser Schätzung erlässt die zuständige Behörde einen Vorbescheid, der die Schadenssumme beziffert und eine Rechtsmittelbelehrung enthält.
Wir empfehlen, wenn Sie nicht sicher sind, dass der entstandene Schaden durch den Jagdpächter beglichen wird, den Schaden zur Fristwahrung anzumelden.


Übrigens sollten Sie ihre Maisbestände, aber auch die Kartoffel- und Zuckerrübenschläge, ab August wöchentlich auf Wildschäden kontrollieren. Es gab in der Vergangenheit Urteile zu Wildschäden, in denen die Richter eine solche Kontrollhäufigkeit als zumutbar und notwendig erachtet haben.


07.09.2017
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").