Winterweizensorten

Landberatung Springe e. V.

 

Die Winterweizenernte lief dieses Jahr unter erschwerten Bedingungen. Die Erträge waren im Durchschnitt 10 % niedriger als im Vorjahr. In den Zeitschriften und im Internet finden Sie die vorläufigen Sortenergebnisse.


Bewerten Sie eine Sorte immer über mehrere Jahre. Wählen Sie im Betrieb immer mehrere Sorten mit unterschiedlichen Stärken aus, um das Risiko zu verteilen. Bewährt hat sich auch, zu den betriebseigenen bekannten Sorten maximal 20% neue Sorten auszuprobieren.

Die Entscheidung über die geeignete Sorte im Betrieb hängt von vielen Gesichtpunkten ab. Zu berücksichtigen sind die Standortbedingungen (Lehm-, Ton-, Sandboden, Hügelland, Marsch, Überschwemmungsgebiet), Winterhärte, Vorfrucht (besonders bei Mais wegen Fusariumanfälligkeit), Bestellzeitpunkt (früh- oder spätsaattauglich), Bodenbearbeitungsverfahren (Pflugfurche oder Mulchsaat), Verwendung (Verfütterung oder Vermarktung), Düngung (organ. Dünger, Klärschlamm, Gärsubstrat oder Mineral-düngereinsatz) sowie Reifezeitpunkt (besonders bei Nachfrucht Winterraps). Darüber hinaus darf zur Ernte kein Lager auftreten. Lager hat in diesem Jahr im Durchschnitt 10 bis 15 dt/ha Ertrag gekostet.

Bedenken Sie auch, dass die Vermarktungssicherheit bei Qualitätsweizen überwiegend von den Kriterien Proteine, Fallzahl, hl-Gewicht, Fallzahlstabilität, Sedimentationswert und Don-Wert bei Ährenfusarium abhängt. Viele Weizensorten erreichten dieses Jahr das geforderte hl-Gewicht von 76 oder 74 nicht.


Nicht immer decken sich die LSV-Ertragsergebnisse und die Beschreibung der Sorteneigenschaften aus der Bundessortenliste mit denen in der Praxis. Nur die Sorten, deren Eigenschaften Sie über die Jahre kennengelernt haben und auf deren Schwächen Sie mit Pflanzenschutz und Dünger reagieren können, bringen den gewünschten Erfolg.

(Auszug aus dem Rundschreiben)

08.09.2017
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").