WTR-Einsätze im Winterraps

Landberatung Northeim e. V.

Eine gute Grundlage für die Winterfestigkeit ist zunächst eine gute Vorwinterentwicklung des Rapses, die maßgeblich durch Aussaattermin, Sorte aber auch -wie in diesem Jahr bisher deutlich ersichtlich- von der Witterung beeinflusst wird. Ziel der WTR-Einsätze ist es, das Wachstum des Rapses zu regulieren, ein Überwachsen der Bestände mit beginnender Stängelbildung zu vermeiden und somit das Risiko der Auswinterung deutlich zu reduzieren. Die Ertragseffekte fallen dabei überwiegend gering aus, es ist aber eine sinnvolle „Vorsorgeanwendung“ für stärkere Bestände und für besonders wüchsige Rapssorten.

Die Rapsentwicklung ist im  Vergleich zu anderen Jahren witterungsbedingt fast 2 Wochen zurück, so waren bisher erste WTR-Maßnahmen (mit Ausnahme früher, gut entwickelter Saaten + org. Düngung) weniger häufig erforderlich. Bei recht langsamer Rapsentwicklung kommt es da dieses Jahr auch weniger auf 1-2 Tage an.

 
Als Einsatztermin hat es sich bewährt, wenn bei ca. 2/3 Pflanzenbedeckung (60 %) des Bodens der WTR eingesetzt wird. Je weiter wir in den Oktober kommen kann diese Maßnahme auch etwas später erfolgen. Sollten sich die Wachstumsbedingungen wieder deutlich verbessern sind Rapsbestände mit hoher Pflanzendichte früher mit WTR zu behandeln als dünnere Bestände!
 
In erster Linie geht es darum, dass sich die Pflanzen nicht zu üppig entwickeln, eine Stängelbildung im Herbst reduziert / gehemmt wird. Liegt eine gute N-Versorgung vor, haben die Pflanzen häufig auch etwas höhere Wassergehalte. Der Einsatz eines Azols / WTR reduziert den Wassergehalt in den Pflanzen und verbessert auch darüber die Winterfestigkeit. Pflanzen die im 6-10-Blattstadium in die Vegetationsruhe gehen, überleben „normale Winter“ meist auch ohne WTR-Einsatz. Bedingt durch die häufigeren Niederschläge kann sich in diesem Herbst eher eine etwas stärkere Infektionslage für Phoma ergeben.
(Auszug aus dem Rundschreiben)

12.10.2017
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen - wie zu Mittelwahl und -anwendung - wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").