Zunahme des Maiszünslerbefalls

Landberatung Peine e. V.

 

In diesem Jahr ist eine offensichtliche Zunahme des Maiszünslerbefalls in unserer Region zu bemerken. Geknickte oder abgebrochene Maisfahnen sind deutliche Zeichen für die Fraßtätigkeit der Larven. Bei genauerer Betrachtung zeigen sich an den Bruchstellen Löcher, aus denen Bohrmehl und Kot austritt, beides findet sich in den darunter liegenden Blattachseln. Die Bohrgänge im Stängelinneren können vom Fahnenschaft bis zum Stängelgrund reichen. Häufig sind Einbohrlöcher und Fraßgänge auch im Kolben zu finden. Bitte betrachten Sie Ihrer Maisbestände genau, um dann die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten.

Beim Silomaisanbau kann durch tiefes Abhäckseln der Maispflanzen eine Populationsverringerung für das kommende Jahr erreicht werden. Das Zerkleinern von Stoppeln und Stroh durch Fräse oder Scheibenegge nach der Maisernte eignet sich ebenfalls dazu, Raupen abzutöten. Erfahrungsgemäß reichen aber diese Maßnahmen allein nicht aus, um die Maiszünslerpopulation unter der Schadschwelle zu halten. Nur tiefes (25 cm), sauberes Unterpflügen der Maisstoppeln und des Maisstrohs ist eine langfristig Erfolg versprechende Bekämpfungsmethode. Dadurch werden die schlüpfenden Falter am Verlassen des Bodens gehindert. Für den Pflug ist in der Regel ein Zusatzgerät nötig, das Stroh gut in die Furche einbringt. Wird
die tiefwendende Bodenbearbeitung im gesamten Befallsgebiet praktiziert, hat der Maiszünsler keine großen Entwicklungsmöglichkeiten mehr.

Weitere Bekämpfungsmaßnahmen sind dann in der Regel überflüssig. Diese Maßnahmen (Einsatz von Insektiziden, Biologische Bekämpfung, Bacillus thuringiensis-mais) sind auch sehr aufwendig und haben keinen zufriedenstellenden Wirkungsgrad. Das Unterpflügen der Maisernterückstände vermindert zugleich nachhaltig das Fusarium-Toxinrisiko für die nachfolgende Frucht Weizen oder Sommergerste.
In der gezeigten Abbildung ist eines der Schadbilder des Zünslerbefalls dargestellt.


29.09.2017
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").