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Andüngung der Winterungen

Landberatung Grafschaft Hoya e. V.

Aufgrund der doch relativ warmen Temperaturen über die letzten Monate kamen die Bestände teilweise kaum in eine Winterruhe. Der Vegetationsbeginn lässt sich anhand von neu gebildeten weißen Wurzeln, den sogenannten Kronwurzeln feststellen. Werden diese sichtbar, beginnt die Frühjahrsvegetation und somit auch die Nährstoffaufnahme. Jetzt sollte sichergestellt werden, dass den jungen Pflanzen Nährstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Durch die Niederschläge in den Wintermonaten kann davon ausgegangen werden, dass der Nitratvorrat im Oberboden aus der noch flachen Wurzelzone verlagert worden ist. Dies zeigt sich auch in aufgehellten Beständen, in denen langsam aber sicher die N-Versorgung knapp wird.

Die bisher ausgebrachte Gülle oder Gärrest wirkt je nach Ammoniumanteil relativ träge und der Pflanze stehen die Nährstoffe erst im Laufe der Frühjahrsvegetation zur Verfügung. Daher sollte zwingend mineralisch ergänzt werden. Ein passender Termin ist in der Regel die Monatswende Februar – März. Schwache Bestände sollten allerdings früher und auch stärker angedüngt werden. Der NH4+-Anteil der Gülle sollte bei der Andüngung berücksichtigt und anschließend mineralisch ergänzt werden. Es zeigt sich, dass eine gezielte Nährstoffgabe in Abstimmung auf die jeweilige Bestandsentwicklung wichtig ist, um die Bestände gut in die Vegetation starten zu lassen.

Die Höhe der Gesamtdüngung wird durch die neue Düngeverordnung und der Düngebedarfsermittlung reglementiert. Somit bleiben größtenteils nur die Auswahl der geeigneten Düngemittel und die richtige Verteilung. Grundsätzlich ist es zu empfehlen, mit der ersten mineralischen Stickstoffgabe auch Schwefel auszubringen, denn die Schwefelaufnahme läuft parallel zur Stickstoffaufnahme. Mit dem Schwefel aus dem organischen Dünger ist nicht zu rechnen, da es organisch gebunden vorliegt und erst mit steigenden Temperaturen zu Sulfat mineralisiert wird.

Andüngung Wintergetreide:
Bei unterentwickelten Beständen sollten nitrathaltige Düngemittel (KAS, AHL, ASS) eingesetzt werden, da die schnelle Wirkung erforderlich ist, um schwache Bestände insbesondere auf umsetzungsträgen Böden zu fördern.

Eine etwas andere Betrachtung muss beim Winterraps erfolgen:
Beim Raps sollte zwischen schwachen und stark entwickelten Beständen differenziert werden. Sind die Bestände gut entwickelt über den Winter gekommen und haben wenig Blätter verloren, so können diese verhalten angedüngt werden. Sind die Bestände hingegen schwach in den Winter gegangen, so sollte die Düngung des Rapses durchaus startbetont erfolgen. In schwachen Beständen ist es ratsam, schnell wirksame nitrathaltige Düngemittel zu verwenden, da diese direkt und einfacher von der Pflanze und dem oftmals unterentwickeltem Wurzelwerk aufgenommen werden können. Insgesamt muss die Rapsdüngung – mit Ausnahme evtl. einer kleinen N-Gabe zur Blüte – bis Ende März abgeschlossen werden.

Auf eine stark nitratbetonte Düngung sollte verzichtet werden. Durch die Aufnahme von NO3- in die Pflanzenzellen wird gleichzeitig H2O mit aufgenommen, die Zelle verwässert und die Salzkonzentration sinkt. Dementsprechend anfälliger ist die Pflanze für eventuelle Spätfröste, die im März und auch April nicht ganz ausgeschlossen werden können.

(Auszug aus dem Rundschreiben)

 

Informieren Sie sich auch auf unseren Seiten über den Nährstoffmanager:

https://www.naehrstoffmanager.de/duengeplanung/

https://www.landberatung.de/service/landberatung-naehrstoffmanager/naehrstoffmanagement.html

https://www.naehrstoffmanager.de/stoffstrombilanz/

http://www.ackerschlagkartei.com/Startseite/

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