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Bearbeitung der Maisstoppel

Die Befallshäufigkeit des Maiszünslers hat nach unserem Eindruck über die Jahre deutlich zugenommen. In nahezu jedem Maisfeld wird sich ein mehr oder weniger starker Zünslerbefall feststellen lassen. Ein typischer Zünslerschaden besteht aus einer abgeknickten Maispflanze (in ca. 1,50 m Höhe) immer in Verbindung mit Bohrmehl in den Blattachseln an der Knickstelle. Zur Sicherheit sollte die Maispflanze aufgeschnitten werden. Während bei einem Zünslerbefall Fraßgänge im Stängel und evtl. sogar die Larve zu finden sind, ist der Stängel bei Windbruch unversehrt. Die Larven des Maiszünslers bohren sich von oben nach unten durch den Maisstängel, mit dem Ziel, in der Maisstoppel zu überwintern. Zum Erntezeitpunkt haben die meisten Zünslerlarven den Stängelgrund erreicht, so dass sie beim Häckseln nicht erwischt werden. Um den Befall in den Folgejahren nicht eskalieren zu lassen, ist es zwingend erforderlich, dass auf allen Maisflächen eine gute Stroh- und Stoppelzerkleinerung und Rotteförderung sowie eine gute Einarbeitung der Ernterückstände erfolgt. Die dafür erforderlichen Maßnahmen vermindern auch das Fusarienrisiko in der Folgefrucht.

Der Einsatz eines Schlegelmulchers mit Hammerschlegeln und Gegenschneide ist die teuerste, aber auch effektivste Maßnahme zur Stroh- und Stoppelzerkleinerung und damit zur Rotteförderung. Eine Rotteförderung gelingt aber auch, wenn die Maisstoppeln möglichst abgeknickt, aufgerissen oder gequetscht werden. Das kann durch den Einsatz von Messerwalzen, Zünslerschreck oder weniger wirksam mit Scheibeneggen erreicht werden. Nach der mechanischen Zerkleinerung der Ernterückstände durch die vorgenannten Geräte, ist eine gute Einarbeitung in den Boden wichtig für hohe Bekämpfungserfolge gegen den Maiszünsler. Als sehr effektiv hat sich eine saubere Pflugfurche erwiesen. Wenn zur Wildschaden-Vorsorge oder aus Erosionsschutzgründen keine Pflugfurche erfolgen soll, sollten die Stoppel unbedingt geschlegelt und anschließend tief, aber nicht wendend eingearbeitet werden. Je weniger Stoppelreste dabei auf der Oberfläche verbleiben desto besser.

Mindestens sollten folgende Maßnahmen durchgeführt werden:
➢ Bei sehr kurzen Silomaisstoppeln sollte mindestens eine Stoppelbearbeitung mit der KurzScheibenegge schräg zur Stoppelrichtung, besser noch mit Messerwalze, Zünslerschreck oder Mulcher, durchgeführt werden und vor dem Weizennachbau gepflügt werden.
➢ Bei längeren Maisstoppeln und nach Körnermais/CCM wird die Stoppel im Idealfall mit dem Mulcher bearbeitet und dann gepflügt. Eine Stoppelbearbeitung mit Messerwalze, Zünslerschreck oder Scheibenegge ist weniger effektiv aber auf jeden Fall besser als gar keine Stoppelbearbeitung!
➢ Bei beabsichtigter Weizenmulchsaat nach Mais (z.B. wegen erwarteter Wildschäden) ist im Idealfall eine Stoppelzerkleinerung mit dem Mulcher und eine anschließende tiefere nicht wendende Einarbeitung sinnvoll. Je weniger Stoppelreste dabei auf der Oberfläche verbleiben desto besser.
➢ Auch bei dem beabsichtigten Anbau von Mais nach Mais sollte die Maisstoppel im Herbst möglichst mit dem Mulcher bearbeitet und danach ebenfalls möglichst gut in den Boden eingearbeitet werden.
➢ Wildäcker sind wegen der langen Standzeiten des Maises ideale Zünslervermehrer. Auch hier gilt: erst Mulcher und dann möglichst gute Einarbeitung in den Boden, möglichst mit einer Pflugfurche.

Der Einsatz von zugelassenen Insektiziden oder Nützlingen (Schlupfwespen) gegen Maiszünsler ist wegen des späten und schwer zu bestimmenden Einsatzzeitpunktes technisch aufwendig und teuer und stellt bei den aktuellen Befallshäufigkeiten keinen wirtschaftlichen Vorteil zu der oben beschriebenen flächendeckenden Stoppelbearbeitung dar. Damit eine deutliche Zunahme an Schäden durch den Maiszünsler verhindert wird, sind alle Maisanbauer aufgerufen, die beschriebenen Maßnahmen zur Maisstoppelbearbeitung und Einarbeitung der Ernterückstände durchzuführen.

Nach Mais sollte die höhere Fusariengefahr bei der Sortenwahl des folgenden Wintergetreides berücksichtigt werden.

Der Anbau von Mais und Rüben in enger Fruchtfolge ist mittelfristig nicht zu empfehlen, weil Mais Wirtspflanze für Rhizoctonia solani ist und somit die Rhizoctonia- Befallsgefahr in Rüben erhöht. Aufgrund des verzögerten Abbaus von Maisherbiziden wird der direkte Anbau von Zuckerrüben nach Mais bei vielen gängigen Maisherbiziden in den Produkthinweisen der Hersteller ausgeschlossen. Das betrifft z.B. …. Bei späten Rodeterminen bietet sich der Maisanbau direkt nach Zuckerrüben an, weil der sehr spät gesäte Winterweizen nach Zuckerrüben häufig im Ertragsniveau begrenzt ist, während bei Mais ein optimaler Ertrag erwartet werden kann.

Autor: Landberatung Schaumburg e. V.

21.09.2023

 

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