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Blütenbehandlung Winterraps

Mit einsetzender Blüte ist die Entscheidung zu treffen, ob die Bekämpfung der Fruchtfolgekrankheit Sklerotinia (Rapskrebs) sinnvoll ist. Sonnenblumen, Leguminosen und Kartoffeln bieten dem Pilz als Wirtspflanzen die Möglichkeit der Vermehrung. Erst bei Anbaupausen ab 5 Jahren sinkt der Infektionsdruck.

Dauerkörper des Pilzes (Sklerotien) keimen, wenn die oberen 5-10 cm des Bodens durchfeuchtet sind. Auf ihnen bilden sich Hutpilze (Apothecien), die Sporen ausschleudern. Sind die Bedingungen günstig, können diese den Raps infizieren. Wenn die Luftfeuchtigkeit über einen Zeitraum von mehr als 18 Stunden mehr als 90 % beträgt, kann es zu einer Infektion kommen. Expertenprogramme wie ISIP simulieren die Witterung und versuchen, die Infektionswahrscheinlichkeit zu bewerten. In trockenen Jahren sind nur geringe Ertragseffekte durch den Einsatz von Fungiziden zu realisieren. In 2023 sind die Voraussetzungen zur Keimung der Apothecien als günstig einzuschätzen. Ob sich daraus eine bekämpfungswürdige Infektion entwickelt, hängt vom weiteren Witterungsverlauf ab.

Wenn die ersten Blütenblätter fallen und in den Verzweigungen liegen bleiben, können Fungizide eingesetzt werden. Frühere Behandlungen verringern zwar die Durchfahrtverluste, haben aber eine etwas geringere Wirkung. Spätere Maßnahmen in der 2.Hälfte der Blühphase haben i.d.R. die beste Wirkung, verursachen allerdings auch mehr mechanische Beschädigungen. Bei Spritzungen in den Abendstunden sind die Rapspflanzen elastischer und brechen weniger leicht. Um eine gute Benetzung zu gewährleisten, sind 300 l/ha Wasser einzusetzen. Kommen auch Insektizide zum Einsatz, sollte die Spritzung zum Schutz der Bestäuberinsekten nach Beendigung des täglichen Bienenfluges durchgeführt werden.

Kohlschotenrüssler (KSR) und Kohlschotenmücke (KSM) besiedeln die Rapsbestände während der Blüte. Ist die Schadschwelle überschritten, sollte ein Insektizid zum Einsatz kommen. Kohlschotenrüssler sind leicht zu erkennen, sie sitzen in den Blüten und lassen sich bei leichten Erschütterungen fallen. Sind mehr als 1 Käfer auf 1-2 Pflanzen zu finden, sollte ein Insektizid zum Einsatz kommen.

Die Kohlschotenmücke wandert aus letztjährigen Rapsflächen zu. Sie ist nur 1,5 mm groß und deshalb schwer zu erkennen. Aus eigener Kraft kann sie nur sehr kurze Distanzen überwinden, sodass sie nur in der Nähe von Vorjahresrapsflächen auftritt. Die Schadschwelle liegt bei 1 Mücke auf 3-4 Pflanzen.

Fazit: Bei der Entscheidung, ob ein Insektizideinsatz sinnvoll ist, muss man sich am Auftreten des Kohlschotenrüsslers orientieren. Auf größeren Schlägen sind Randbehandlungen ausreichend.
Sind Bienenstände in der Nähe, sollten die Imker informiert werden. Die Fluglöcher können dann bei Bedarf morgens so lange geschlossen bleiben, bis der Spritzbelag angetrocknet ist.

Auszug aus dem Rundschreiben. Zu Mittelwahl und -anwendung fragen Sie bitte Ihren Berater vor Ort.

Autor: Landberatung Peine-Burgdorf e. V.

24.04.2023

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