Blütenspritzung im Winterraps

Landberatung Schaumburg e. V.

Im Raps sind die befürchteten Frostrisse zum Glück überwiegend nur im unerheblichen Umfang aufgetreten. Leider sind teilweise aber deutliche Frostschäden an Blättern und Knospen sichtbar.

Bisher hat der Zuflug des Rapsglanzkäfers die Bekämpfungsschwellen bei weitem nicht erreicht, so dass ein Pflanzenschutzeinsatz vor der Blüte in der Regel nicht erforderlich war. Der Blick richtet sich nun auf die Blütenspritzung:

Die Erfahrung zeigt, dass auch in Trockenphasen mit hohen Temperaturen über 20°C morgendlicher Tau ausreichen kann, um die Bestände mit Sklerotinia zu infizieren. Daher wird eine Blütenspritzung grundsätzlich als ertragsabsichernde Abschlussbehandlung empfohlen. Allerdings haben wir in schwachen Rapsbeständen mit schlechtem Schotenansatz und bei zu dem langer trockener Witterung zur Blüte in den letzten beiden Jahren schlagbezogen aus Kostengründen auch von einer Blütenspritzung abgeraten.

Der optimale Anwendungstermin ist die Vollblüte, wenn 50-60% der oberen 3 Blütenstände aufgeblüht und bereits die ersten Blütenblätter abgefallen sind. Abends ist der Raps elastischer und die Durchfahrtverluste sind geringer. Daher wird grundsätzlich auch bei tagsüber zugelassenen Tankmischungen (B4) die Spritzung in den Abendstunden empfohlen. Damit wird auch jeglichen Diskussionen um höchstmöglichen Bienenschutz vorgebeugt. AHL-Zusätze stehen auch aus Bienenschutzgründen in Kritik und werden daher nicht mehr empfohlen. Bei den modernen gut formulierten Fungiziden ist der „Klebeeffekt“ des AHL-Zusatzes auch nicht mehr erforderlich. Auch von Bor-Zusätzen sind in der Blüte keine nennenswerten Effekte mehr zu erwarten.

Fahrgeschwindigkeiten von 4 bis 6 km/h reduzieren die Pflanzenschäden zusätzlich. Zur besseren Benetzung sollte mindestens mit 300 l/ha Spritzflüssigkeit gefahren werden.

(Auszug aus dem Rundschreiben)

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