Abstände bei Düngung und Pflanzenschutz – Feldrandstreifen anlegen?

Landberatung Schaumburg e. V.

 

Eine Möglichkeit, alle Regel- und Mindestabstände einzuhalten, ist die Anlage von Feldrandstreifen auf Ackerland:

Diese sind auf die ökologische Vorrangfläche (öVF) mit dem Faktor 1,5 (1 ha Feldrandstreifen = 1,5 ha öVF) anrechenbar. Bei einer zulässigen Breite von 1 - 20 m können sie entlang aller Feldränder angelegt werden. Eine Mindestflächengröße der Feldrandstreifen gibt es nicht. Ansonsten gelten die Bedingungen wie bei Flächenbrachen:
 
o Selbstbegrünung oder aktive Begrünung ist möglich. Eine aktive Begrünung muss bis zum 31.03. erfolgen. Bei Selbstbegrünung keine Bodenbearbeitung nach dem 01. Januar.

o Bei der aktiven Begrünung gibt es keine Vorgaben bei der Kulturartenauswahl, nur Reinsaaten von sonst zu Erntezwecken angebauten Kulturen wie Getreide sind nicht möglich. Der Aufwuchs auf dem Feldrandstreifen muss unterscheidbar sein zur Kultur auf der Hauptfläche.

o Keine Anwendung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln

o Pflegegebot: Mindestens einmal im Jahr schlegeln aber nicht vom 1. April bis 30. Juni.

o Wenn dem Feldrandstreifen/Brache eine Winterung folgt, kann die Saatvorbereitung ab dem 1. August beginnen. Wenn eine Sommerung folgt, darf bis 31. Dezember kein Umbruch erfolgen.

o Gut kombinierbar mit der Agrarumweltmaßnahme (AUM) Blühstreifen oder Blühflächen.

Sofern Feldrandstreifen nicht gleichzeitig als AUM-Blühstreifen genutzt sondern mehrjährig angelegt werden, bietet sich zur Minimierung des Pflegeaufwandes eine Ansaat mit einer langsam wachsenden, mehrjährigen Kleegras-Brache-Mischung an. Die Bestellung sollte dann bis Mitte September erfolgen, damit sich vor Winter noch eine gute Grasnarbe entwickeln kann und der engen Ansaatfrist im Frühjahr (31.03.) entgangen werden kann. Zur Ansaat kommt mit 15 kg/ha z.B. in Frage: 60% Rotschwingel + 25% Deutsches Weidelgras + 10% Weißklee (Auszug aus dem Rundschreiben)


05.09.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").