Ackerbau in der Krise: Wie weiter im Ackerbau + Fruchtfolge?

Beratergemeinschaft Hildesheimer Land

 

Wie mehrfach berichtet, befinden wir uns im herkömmlichen Ackerbau nach südniedersächsischer Art und Weise in einer schweren Krise. Nach Wegfall der gesicherten Rübenpreise gibt es nur noch geringe Einkommensunterschiede zwischen den Kulturen auf niedrigem Niveau. Davon lassen sich keine ausreichenden Familieneinkommen erzielen. Langfristig sehen wir schon eine hohe Bewertung der Nahrungsmittelproduktion bei steigender Weltbevölkerung. Lediglich auf bessere Preise zu hoffen, würde jedoch einem Glücksspiel eben mit Glück oder Pech gleichen.

Einige Landwirte haben in der Vergangenheit reagiert und ihre Einkünfte diversifiziert, d.h. auf andere Einkommen ausgedehnt (es gibt nach EStRL 7 Einkunftsarten). Davon waren Mais zu Biogas, Photovoltaik oder Windkraft betriebsnah und sehr erfolgreich. Aber auch verschiedenster Zuerwerb innerhalb der Familie wirkte sehr positiv. Zuerwerbsalternativen werden sich immer wieder bieten.

Dieses Ausweichen und Quersubventionieren kann jedoch nicht Grundlage unserer Betriebsberatung sein. Es sollte schon möglich sein, dass ein mittlerer Betrieb ausreichendes Arbeitseinkommen im Haupterwerb erwirtschaftet.


Wie können Sie reagieren?


- sehr viel Fläche bearbeiten: nur in Einzelfällen realistisch, bei hohen Pachtpreisen nicht (Faktor Boden) erfolgreich.
 
- Anbau intensivieren: andere Früchte anbauen, die höhere Erlöse bringen. Hat  (Faktoren Arbeit + Kapital)  häufig mit mehr Arbeit und Investitionen zu tun.
 
- Vermarktung aktivieren: geeignete regionale Produkte näher am Verbraucher 
(Faktoren Arbeit + Kapital) vermarkten, Nachfrage bedienen. Gute Beispiele sind Hühnermobile, Bioanbau und Gemüse.

Als aktiver Landwirt sollten Sie Ihre realistischen Entwicklungsmöglichkeiten im Haupt-, Zu- oder Nebenerwerb einschätzen. Kümmern Sie sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten um die Fortentwicklung Ihres Anbaus!
 (Auszug aus dem Rundschreiben)

20.08.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").