Andüngung von Wintergetreide und Winterraps

Landberatung Rotenburg e. V.

 

Die Bestände mit Wintergetreide und Winterraps präsentieren sich sehr unterschiedlich. Neben sehr guten Beständen mit normaler Entwicklung gibt es viele Spätsaaten mit entsprechend schwacher Entwicklung. Darüber hinaus haben die zahlreichen Niederschläge auf einigen Standorten deutlich ihre Spuren hinterlassen.

Der Boden ist über Winter mehrmals durchgespült worden, so dass die Vorräte aus dem Boden an pflanzenverfügbarem Stickstoff und Schwefel erschöpft sind. Erfreulicher Weise haben die Witterungsbedingungen eine frühe Gülleapplikation ermöglicht, so dass die meisten Flächen schon mit Gülle angedüngt sind.

Zum Vegetationsbeginn sollte ab Anfang März die Andüngung der Wintergetreidebestände mit Stickstoff und Schwefel erfolgen. Die meisten Bestände werden mit 15-20 m3/ha Gülle oder Gärrest angedüngt. Unter diesen Bedingungen sollte das Wintergetreide mit einer Mineraldüngung von ca. 50-60 kg N/ha unter­stützt werden.
Der Winterraps präsentiert sich häufig etwas schwächer als üblich. Da die Bodenvorräte überwiegend aufgebraucht sind sollte die Andüngung bis Ende des Monats erfolgt sein, sofern die Bedingungen dies zulassen. Raps profitiert von einer zeitigen Versorgung und kann etwas früher als Wintergetreide angedüngt werden!

Wintergetreide ohne Gülledüngung sollten je nach Entwicklung mit 50 - 70 kg N/ha angedüngt werden, Winterraps mit 90-100 kg N/ha.

Allgemeine Hinweise:

- Schwefelhaltige Dünger sollten unbedingt zur 1. Stickstoffgabe verabreicht werden. Gülle und Gärrest leisten keinen nennenswerten Beitrag zur Schwefelversorgung, da größtenteils nicht pflanzenverfügbar! Wintergetreide sollte mit 20 und Winterraps 40-60 kg/ha Schwefel versorgt werden.
- Sehr schwache Wintergetreidebestände mit 80 kg N/ha mineralisch andüngen oder 2. Gabe vorziehen!
- Der Stickstoff aus Gülle sollte je nach Technik etwa zu 60 % angerechnet werden. Von der anrechenbaren Menge verteilt sich etwa die erste Hälfte auf den Vegetationsbeginn, die Restmenge kommt erst später!

(Auszug aus dem Rundschreiben)

01.03.2018
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").