Bargeldloser Direktverkauf - Lösungen mit vertretbarem Aufwand

LU Harburg e. V.

 

Nachfolgend finden Sie eine kurze Übersicht, was sie beim bargeldlosen Verkauf beachten sollten. Prüfen Sie für sich die Notwendigkeit und erst dann, welches Verfahren sich für Sie eignet.

Seit Corona hört man in Hofläden, auf Wochenmärkten auf Verkaufstouren bzw. an Hof-Automaten oft „Kann ich auch mit Karte zahlen?“  Worauf zu achten ist, wenn man diesen Service ohne viel Aufwand anbieten möchte, finden Sie nachfolgend aufgeführt:

-        Hard- und Software-Lösungen
Kartenlesegerät mit PIN-Abfrage oder mit Unterschrift
Die Magnetstreifen von EC- und Kreditkarten können hier ausgelesen werden. Die Variante mit Unterschrift funktioniert ohne Internetverbindung, gewährt dem Verkäufer aber keinerlei Sicherheit, ob das Konto des Kunden gedeckt ist.

-        NFC mit oder ohne PIN-Abfrage
NFC steht für Near Field Communication. NFC-Lesegeräte können sowohl EC- und Kreditkarten wie auch im Prinzip jede beliebige kontaktfreie Zahlungs-App lesen. Jedoch funktioniert die Kommunikation zwischen Karte und Lesegerät nicht standardmäßig: Jede Kartenart oder App muss vom Betreiber ins System eingepflegt werden, und je mehr Zahlungsmittel freigeschaltet sind, umso höher sind die monatlichen Gebühren. Und auch die Kredit- und EC-Karten müssen von Ihrer Bank für NFC-Lesung freigeschaltet sein. Ohne PIN-Abfrage kann in der Regel ein Betrag von max. 50 € abgebucht werden.

Wie sind die betrieblichen Voraussetzungen?

Als Entscheidungshilfe, ob und wenn Ja welches System geeignet ist, dienen die folgenden Fragen bezüglich der eigenen Vermarktung:

-        Was ist Ihre Motivation, Ihren Kunden bargeldlose Bezahlung anzubieten?
Mehr Sicherheit, schnelleres Einkaufen, oder haben Sie zu oft Umsatzausfälle, weil Kunden, die gern eingekauft hätten, kein Bargeld dabei haben?

-    Wo soll die bargeldlose Zahlung zum Einsatz kommen: im Hofladen, an einem Verkaufsautomaten, auf dem Wochenmarkt, an einem saisonalen Verkaufsstand oder an mehreren verschiedenen Standorten mit unterschiedlichen Voraussetzungen?

-        Wie ist die Infrastruktur vor Ort? Gibt es Strom, Internetanschluss und/oder Handynetz?

-    Wie groß ist die Nachfrage nach bargeldloser Bezahlung vor Ort? Ganz pauschal lässt sich sagen: Je städtischer das Umfeld, je jünger die Zielgruppe und je kleiner der Anteil der Stammkunden an der Gesamtkundschaft, desto wichtiger sind Alternativen zum Bargeld.
Bei mehreren Verkaufsständen an unterschiedlichen Standorten kann es sinnvoll sein, bargeldlose Bezahlung nur gezielt an einzelnen Ständen mit entsprechender Disposition einzurichten.

-    Wie ist die aktuelle betriebliche Software aufgestellt? Verfügt das verwendete Warenwirtschafts - system über eine Schnittstelle zum bargeldlosen Bezahlen? Ist diese bereits installiert, oder kann sie nachgerüstet werden?

Anbieter gezielt aussuchen
Um sich nicht im Dschungel der Anbieter bargeldloser Bezahlungssysteme zu verirren, sei jedem Direktvermarkter geraten, zuerst Kontakt mit dem Anbieter der im Betrieb genutzten Software aufzunehmen. Aus deren Erfahrungswerten und aus Gründen der Kompatibilität ergibt sich eine hilfreiche Vorauswahl geeigneter Anbieter von Lesegeräten und an sie geknüpfter Software. Mit etwas Glück bestehen sogar Rahmenverträge zwischen Software-Anbieter und bestimmten Anbietern bargeldloser Bezahlungssysteme mit günstigen Konditionen für die Nutzer. Die Kosten für das Bezahlsystem sind unbedingt zu vergleichen. So gibt es in der Anschaffung der Hard- und Software große Unterschiede, aber auch große Unterschiede bei den Nutzungsgebühren. Das in der Anschaffung preiswerteste System ist auf Dauer nicht immer das günstigste. Fragen Sie auch mal bei Ihrer Hausbank nach.

Mobile oder stationäre Lösungen?
Klassischerweise ist ein Kartenlesegerät wie auch die Registrierkasse im Hofladen ans Stromnetz und ans betriebliche WLAN-Netz angeschlossen. Somit steht einer erfolgreichen Kommunikation zwischen Lesegerät, Betriebscomputer und beteiligten Banken nichts im Wege.

Letztendlich darf man Zeit und vor allem das Diebstahlrisiko beim Geldaufbewahren am Standort, Zählen und Transportieren von Bargeld nicht unterschätzen.


14.10.2021:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").