Bearbeitung der Maisflächen nach der Ernte – den Maiszünsler im Blick

Landberatung Grafschaft Hoya e. V.


Die Funde des Maiszünsler nehmen in unserem Ringgebiet weiterhin deutlich zu. Der Fokus auf eine angepasste Bearbeitung der Maisflächen nach der Ernte muss nochmals geschärft werden. Vorbeugende Maßnahmen bei der Bearbeitung der Maisstoppel sind zwingend notwendig um den Befall einzudämmen. Wichtig ist, dass die Stängelreste ausreichend zerkleinert und aufgesplissen werden, denn für die Maiszünslerlarve ist die Überwinterung in den untersten Abschnitten von unbearbeiteten Maisstängeln sowohl oberflächlich stehend bzw. liegend oder auch teilweise untergepflügt möglich. Deshalb ist es wichtig vorbeugend zu handeln und den Maisstoppel nach der Maisernte ohne große Bodenbewegung zu quetschen, um die beschriebene Auffaserung der Erntereste zu erzielen. Es sollte kein unversehrter Stängelbereich zwischen zwei Knoten mehr vorhanden sein.

Diese Maisstoppelbearbeitung kann bei einer Sommerung als Folgefrucht in den Winter geschoben werden, sodass die Stoppelreste bei der Bearbeitung bereits gut brüchig und mürbe sind. Bei der Aussaat einer Winterung muss die Bearbeitung gleich nach der Maisernte erfolgen.

Bewährt hat sich im Herbst das Mulchen, was im Vergleich zu auch geeigneten Walzverfahren wie z.B. mit dem „Zünslerschreck“ zwar kostenintensiver ist, aber auch bessere Ergebnisse bewirkt. Durch das Mulchen der Stoppeln werden den Zünslerlarven die Überwinterungsmöglichkeiten genommen. Eine
intensive Stoppelzerkleinerung ist dabei besonders wichtig. Es gilt, die Stoppeln möglichst vollständig bis zum Wurzelballen zu zerstören. Eine flächendeckende Durchführung aller Landwirte ist dabei entscheidend!

Das Bearbeiten der Stoppeln hat auch einen positiven Nebeneffekt auf einen möglichen Befall mit Fusarium bei Mais nach Mais oder Winterweizen nach Mais. Die zerkleinerten Pflanzenreste lassen sich besser einmischen und verrotten so leichter.

In Ergänzung zur Stoppelbearbeitung wird idealerweise vor der nächsten Hauptfrucht - egal ob Winterung oder Sommerung - gepflügt, um den Faltern den Abflug im Frühjahr/Sommer zu erschweren und Fusarien zu reduzieren. Dabei sollten die Stängel möglichst vollständig nach unten eingepflügt werden. Von den überwinternden Zünslerlarven geht eine Gefahr für den Mais im nächsten Jahr sowohl auf der gleichen Fläche als auch auf benachbarten Schlägen aus. Die angepasste Stoppelbearbeitung ist daher unabdingbar!

30.09.2021:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").