Düngeverordnung 2020

Landberatung Springe e.V.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) plant das Inkrafttreten einer neuen Düngeverordnung im Mai 2020. Diese Verschärfungen betreffen vor allem die „roten“, mit Nitrat belasteten Gebiete. Bereits Ende Februar 2019 soll es einen ersten Referentenentwurf zur Änderung der Düngeverordnung geben. Bis zur Sommerpause Ende Juni 2019 sollen dann die Länder- und Verbändeanhörung sowie die Abstimmung innerhalb der Bundesregierung vollendet sein. Im Herbst wird der dann abgestimmte Entwurf der EU-Kommission zur Notifizierung vorgelegt. Verabschieden soll das Bundeskabinett die neue Düngeverordnung im Februar 2020. Danach haben die Bundesländer noch Zeit, darüber im Bundesrat zu beraten. Die Verabschiedung im Bundesrat und das anschließende Inkrafttreten sollen dann im Mai 2020 erfolgen.

Die Aufzeichnungspflicht trifft dann alle Betriebe. Die EU-Kommission kritisiert vor allem den Nährstoffvergleich mit dem zulässigen Kontrollwert von 60 kg (50 kg) Stickstoff pro Hektar als zu hoch und hält die Maßnahmen in den mit Nitrat belasteten Gebieten in Deutschland für zu lasch. Den Nährstoffvergleich und den zulässigen Kontrollwert will das BMEL daher nun streichen und durch eine Aufzeichnungspflicht der tatsächlichen Düngung ersetzen. Der errechnete Düngebedarf darf mit den Düngungsmaßnahmen dann nicht überschritten werden. Diese Maßnahme würde dann alle Betriebe deutschlandweit treffen.

Weitere Maßnahmen nur für Nitrat belastete „rote“Gebiete:
- Verbot der Herbstdüngung im Spätsommer bei Winterraps, Wintergerste und Zwischenfrüchten ohne Futternutzung.
- Der für jede Kultur errechnete Düngebedarf wird pauschal um 20 % abgesenkt.
- Die bisher nur im Betriebsdurchschnitt geltende Obergrenze von 170 kg Stickstoff pro Hektar für Gülle und andere Wirtschaftsdünger muss zukünftig schlagbezogen berechnet werden, d.h. für jedes Feld gilt dann die Obergrenze von 170 kg Stickstoff pro Hektar.
- Wenn eine Sommerkultur, wie z.B. Mais oder Zuckerrüben, angebaut wird, die erst im Frühjahr ausgesät wird, muss im Herbst davor verpflichtend eine Zwischenfrucht angebaut werden, damit der Boden über Winter mit einer Pflanzendecke bedeckt ist.

08.02.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").

 

Informieren Sie sich auch auf unseren Seiten über den Nährstoffmanager:

- https://www.naehrstoffmanager.de/duengeplanung/

- https://www.landberatung.de/service/landberatung-naehrstoffmanager/naehrstoffmanagement.html