Düngung mit Phosphor, Kali und Magnesium

Landberatung Schaumburg e. V.

 

Insbesondere in Jahren mit Witterungsextremen fallen Flächen, die schwach mit Grundnährstoffen versorgt sind, die einen zu niedrigen pH-Wert haben oder wo z.B. durch Verdichtungen ein ungünstiger Bodenzustand vorliegt, durch frühere und stärkere Stressphasen der Kulturpflanzen auf. Gut versorgte Flächen halten häufig länger durch und bringen am Ende einen höheren Ertrag. Daher muss das Ziel bleiben, mittelfristig eine gute Grundnährstoffversorgung herzustellen bzw. zu halten.

Mit den Bodenuntersuchungsergebnissen werden vom Untersuchungsinstitut i.d.R. konkrete Düngeempfehlungen mitgeschickt. Diese Düngeempfehlungen beruhen bei der LUFA auf den Empfehlungen der LWK und gelten als Nachweis für die Düngebedarfsermittlung für Phosphor nach Düngeverordnung. Daher sollten die Düngeempfehlungen unbedingt zusammen mit den Bodenuntersuchungsergebnissen aufbewahrt werden!  Die Düngeempfehlungen sind so ausgelegt, dass mittelfristig die Gehaltsklasse C erreicht wird, in der eine Düngung in Höhe der Nährstoffabfuhr mit den Haupt- und Nebenernteprodukten empfohlen wird. Bei geringerer Bodenversorgung in den Gehaltsklassen A und B wird je nach Kultur und Nährstoff eine erhöhte Düngung in Höhe der 1,2- bis 2,0- fachen Abfuhr empfohlen. Bei sehr hoher Bodenversorgung wird in Gehaltsklasse D eine verringerte Düngung von nur ca. der Hälfte der Abfuhr und in Gehaltsklasse E gar keine Düngung mehr empfohlen. Die Düngerempfehlungen der LUFA basieren dabei auf für unser Dienstgebiet i.d.R. zu niedrigen Erträgen (z.B. Wintergetreideertrag 70 dt/ha) und müssen daher hoch korrigiert werden. Bei der Bemessung der Mineraldüngergaben sind die Nährstofflieferungen an P2O5, K2O und MgO aus den auf dem Feld verbleibenden Ernterückständen und den ausgebrachten organischen Düngern selbstverständlich zu berücksichtigen. Die aktuellen Düngeempfehlungen der LWK finden Sie unter www.lwk-niedersachsen.de Webcode: 01011622.

Mit der i0 2017 neu eingeführten Düngeverordnung ist allerdings eine Aufdüngung von schwach versorgten  Flächen (Gehaltsklasse B oder sogar A) im Bereich Phosphor nur noch sehr eingeschränkt möglich! Es darf zwar auf unseren Mineralböden eine Vorausdüngung von Phosphor für höchstens 3 Jahre in Höhe der voraussichtlichen Nährstoffabfuhr der Fruchtfolgeglieder erfolgen. Allerdings darf im Nährstoffvergleich der Phosphorüberschuss (aus Düngung abzüglich Nährstoffabfuhr mit der Ernte) maximal 10 kg P2O5 /ha (im 6-jährigen Mittel) betragen.

Um diese Vorgaben der Düngeverordnung einzuhalten, empfehlen wir daher folgendes Vorgehen:
1.  Die Nährstoffabfuhr mit dem Erntegut auf Grundlage der dreijährigen Durchschnittserträge der Kulturen kalkulieren.
2.  Die Vorausplanung der Grunddüngung über die Fruchtfolge vorzunehmen.
3.  Die Grundnährstofflieferung mit den über die Fruchtfolge geplanten organischen Düngern in Abzug bringen.
4.  Der verbleibende Restbedarf kann dann mit mineralischen Grunddüngern so auf die Flächen verteilt werden, dass bei den sehr gut versorgten Flächen (Gehaltsklasse D und E) entsprechend der oben genannten Faktoren reduziert oder ganz weggelassen wird, um die schwach versorgten Flächen entsprechend höher düngen zu können.

Somit wird von den hoch versorgten Flächen auf die schwach versorgten Flächen umverteilt ohne idealerweise die Düngung über die Gesamtnährstoffabfuhr im Betrieb zu steigern. Diese Vorgehensweise sichert hinsichtlich Phosphor die Einhaltung des zulässigen Nährstoffbilanzsaldos. Kali und Magnesium werden in der Düngeverordnung nicht geregelt und können daher bei vorhandenen Aufdüngungsbedarf der Flächen auch höhere Nährstoffbilanzüberschüsse aufweisen.

Der Schwerpunkt der Grunddüngergabe sollte zur Blattfrucht in der Fruchtfolge sein. Insbesondere bei schwächer versorgten Böden ist mindestens eine Zweiteilung der Grunddüngung aus pflanzen-baulicher Sicht sinnvoll. In einer 3-jährigen Fruchtfolge würde zur Blattfrucht eine Düngung in Höhe der Abfuhr der Blattfrucht + der Folgefrucht und zum dann folgenden Stoppelgetreide eine gezielte Düngung von dessen Grunddüngerbedarf erfolgen. In einer 4-jährigen Fruchtfolge ist jedes zweite Jahr eine Grunddüngung für die dann folgenden zwei Fruchtfolgeglieder sinnvoll.

Insbesondere bei sehr schwach mit Phosphor versorgten Böden ist auch eine jährliche Grunddüngung am Bedarf der Frucht, auch zur Verbesserung der Stickstoffeffizienz, sinnvoll. Dies kann möglicherweise auch mit organischen Zukaufdüngern oder mineralischen Mehrnährstoffdüngern erfolgen.
(Auszug aus dem Rundschreiben)

10.07.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").

 

Informieren Sie sich auch auf unseren Seiten über den Nährstoffmanager:

- https://www.naehrstoffmanager.de/duengeplanung/

- https://www.landberatung.de/service/landberatung-naehrstoffmanager/naehrstoffmanagement.html

- https://www.naehrstoffmanager.de/stoffstrombilanz/

- http://www.ackerschlagkartei.com/Startseite/