Effektive Maßnahmen gegen Fliegen

Spezialberatungsring für Rinderhaltung und Futterbau e.V.

 

Nun wird es endlich Sommer und damit beginnt auch wieder „die Nerverei“ mit den Fliegen, die nicht nur die Menschen Ärgern, sondern bei den Tieren auch große Schäden verursachen können. Bei dem Kampf gegen die adulten Tiere sind nicht nur chemische Mittel von Bedeutung, sondern auch mechanische Maßnahmen.

Bekämpfungsstrategien:
Ein gut durchlüfteter Stall → mit Luftbewegung kommen Fliegen nicht klar und verziehen sich lieber. Stellen Sie Ventilatoren auf, damit tun Sie auch Ihren Kühen bei heißen Temperaturen einen großen Gefallen.

• Durch Fliegen werden viele Krankheiten wie z.B. Coli-Infektionen und Mastitiserreger übertragen.
• Die sichtbare Fliegenpopulation beträgt nur 20- 25 %, der größte Teil ist also nicht sichtbar (Gülle- schwimmschichten, Misthäufen, Kälberstall, usw,) dies macht einen Einsatz von Larviziden unverzichtbar.
• Die Larven schlüpfen, je nach Außentemperatur, nach 7- 25 Tagen.
• Eine einzige Fliege kann bis zu 1 Millionen Nachkommen erzeugen.
• Larvizide und Fraßgifte immer gleichzeitig einsetzen, mit Larviziden jetzt beginnen!
• Kälberställe regelmäßig misten (mind. alle 2 Wochen, reinigen, kalken – desinfizieren), stallnahe Misthäufen entfernen, regelmäßiger Einsatz der chemischen Mittel → Brutplätze vermeiden!
Neben der chemischen und mechanischen Fliegenbekämpfung gibt es natürlich auch die Möglichkeit, Nützlinge einzusetzen:

Güllefliege
Die Güllefliege lebt an den gleichen Brutstätten wie die Stallfliege. Sie ist etwas kleiner als die Stallfliege und schwarz-glänzend. Die Larven der Güllefliege ernähren sich bevorzugt von Stallfliegenlarven und halten so die lästige Stallfliege bereits an der Brutstätte in Schach. Die Güllefliege ist sehr flugträge und lichtscheu. Sie hält sich vornehmlich im Güllekeller auf und fliegt weder Tier noch Mensch an. Hat sich die Güllefliege erst einmal erfolgreich angesiedelt, bleibt die fliegen-unterdrückende Wirkung dauerhaft erhalten und schützt so jahrelang vor einer erneuten Fliegenplage. Wird die Güllefliege eingesetzt, dürfen keine Larvizide bzw. chemische Mittel eingesetzt werden. Kosten ca. 15 EUR/100 m2.

Schlupfwespen
Die winzigen Schlupfwespen legen ihre Eier in die Fliegenpuppen in denen sich dann, anstelle von Fliegen, wieder Schlupfwespen entwickeln. Erwachsene Schlupfwespen können auch Fliegenpuppen anstechen, um sich von ihrer Körperflüssigkeit zu ernähren. Die Schlupfwespen sind nachtaktiv und daher  tagsüber  nur  selten  zu  sehen.  Im  Dung  sind  sie  bis  zu  einer  Tiefe  von  25  cm  aktiv. Schlupfwespen helfen gegen die Gemeine Stubenfliege, die stechende Stallfliege und die Kleine Stubenfliege. Damit sind sie gegen 95% der in Misthäufen auftretenden Fliegenarten wirksam. Auch hier dürfen keine Larvizide eingesetzt werden. Sie eigenen sich für den Gülle- wie auch Festmistbereich. Schlupfwespen müssen im Frühjahr regelmäßig neu eingesetzt werden, da sie im Winter zugrunde gehen. Nach dem Erstbesatz müssen alle paar Wochen neue Larven ausgebracht werden. Kosten ca. 20 EUR/100 m2, alle 3-4 Wochen.
➔ Es  wird  empfohlen  Güllefliegen  und  Schlupfwespen  nicht  gemeinsam  einzusetzen,  da  die Schlupfwespe auch die Larven der Güllefliege parasitiert.



07.06.2021:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").