Einwinterung der Pflanzenschutzspritze

Landberatung Schaumburg e. V.

 


Um Schäden am Pflanzenschutzgerät zu vermeiden, ist nach der letzten Pflanzenschutzmaßnahme im Herbst die gründliche Reinigung sowie sorgfältige Einwinterung der Pflanzenschutzspritze unerlässlich!

Die Reinigungserfolge sind dabei umso höher, je zeitnaher zur letzten Anwendung die Reinigung durchgeführt wird.
 
Außenreinigung:
Die Außenreinigung sollte mit Waschbürste oder Hochdruckreiniger auf einer Hof nahen landwirtschaftlichen Fläche oder auf einer evtl. vorhandenen Mistplatte mit Abfluss in die Gülle- bzw. Jauchegrube erfolgen.

Reste von PSM dürfen  nicht  über Gullis oder die Kanalisation in Oberflächengewässer gelangen!

 
Innenreinigung:
Nach der restlosen Entleerung der Feldspritze wird die technische Restmenge mit Wasser (1:10) verdünnt und auf der zuletzt behandelten Fläche ausgebracht. Den Vorgang zwei- bis dreimal wiederholen. Danach den Tank zu 20% mit Wasser füllen und die entsprechende Menge eines Reinigungsmittels dazugeben und damit den Tank sowie alle Leitungen und Nebenverbraucher (z.B. Einspülschleuse) reinigen. Der Einsatz von Reinigungsmitteln ist insbesondere nach dem Ausbringen von Sulfonylharnstoffen anzuraten. Es empfiehlt sich alle ausbaubaren Teile, wie Düsen und Filter zum Schluss auszubauen und einzeln in einem Eimer mit Reinigungsmittel zu reinigen. Danach wird die Spritze nochmals mit Wasser gespült. Alle Reinigungsflüssigkeiten sind stets auf dem Acker auszubringen.

 
Einwinterung:
Zur Vorbeugung gegen Schäden durch Frost, muss das Wasser der Pflanzenschutzspritze entweder restlos (inkl. sämtlicher Leitungen, Armaturen, Pumpe etc.) abgelassen bzw. mit Druckluft rausgeblasen werden oder das Gerät muss mit Frostschutzmittel aufgefüllt werden. Einfacher ist die zweite Variante, wobei darauf zu achten ist, dass nach dem Einschalten der Pumpe sämtliche Leitungen und Armaturen durchspült werden und nach dem Öffnen der Teilbreiten das Frostschutzmittel bis zur letzten Düse gelangt. Bei Mehrfachdüsenkörpern müssen alle Stellungen mit Frostschutz ausgespritzt werden. Vorher gilt es zu klären, ob der Einsatz von Frostschutzmitteln in Ihrem Pflanzenschutzgerät möglich ist. Mittels der Frostschutzmethode wird gleichzeitig das Austrocknen von Dichtungen und Membranen verhindert. Die Frostschutzlösung (Wasser + Glysantin) kann im nächsten Frühjahr in Kanister abgelassen und im nächsten Winter wiederverwendet werden. Der Einsatz von AHL als Frostschutzmittel sollte vermieden werden, da es durch seine Aggressivität und die lange Standzeit die Korrosion von Metallteilen fördert und Dichtungen und Membranen beschädigen kann. Neben der Innen- und Außenreinigung sollte darüber hinaus darauf geachtet werden, dass bewegliche Teile, wie Gelenkwelle, Drehgelenke am Spritzgestänge (Gestängeklappung/-aufhängung), Fahrwerk usw. geschmiert und Metallteile durch einen Rostschutzmittel-Sprühbelag vor Korrosion geschützt werden. Manometer und Spritzcomputer (sofern vorhanden) sind frostfrei zu lagern. Bei der Gelegenheit sollte auch der Verschleiß von Gelenken und Dichtungen überprüft werden und notwendige Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Nicht zu vergessen ist die vorschriftsmäßige u. frostfreie Lagerung der auf dem Betrieb vorhandenen Pflanzenschutzmittel.
(Auszug aus dem Rundschreiben)

05.11.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").