Ernte Wintergerste 2018

Beratergemeinschaft Hildesheimer Land

 

Die Gerstenernte ist eingefahren und hat in den Betrieben auf guten Standorten noch befriedigend mit 10 % Minderung gegenüber den 5-jährigen Mittelwerten abgeschnitten. Die Qualitäten waren gut und die Ware konnte ohne Verluste trocken geborgen werden. Die Preisaussichten sind positiv, weil überregional über sehr schwankende und vor allem stark abfallende Mengen berichtet wird.

Im Bördegebiet und auf tiefgründigen Lehmböden gehen wir von einem Durchschnittsertrag von ca. 85 dt/ha aus. Je nach Niederschlagsverteilung und Einzelschlag liegt die Streuung jedoch bei 78-92 dt/ha. Hektolitergewichte sind alle in  Ordnung, bis 71 kg/hl. Übergangslagen nach Norden oder flachgründige Flächen im Bergland fallen deutlich auf 60-70 dt/ha ab, mit z.T. niedrigen hl-Gewichten wegen Schmachtkorn. Angesichts dieser Einbußen und der ebenfalls drohenden Mindermengen beim Weizen wird in Ihren Betrieben intensiv über die Gestaltung der Fruchtfolgen nachgedacht.

Die Tendenz zu etwas ausgedehntem Gerstenanbau ist deutlich. Der Vergleich zu Stoppelweizen wird eng.
 
5 - Jahresmittel Wintergerste  92 dt/ha
5 - Jahresmittel Winterweizen 92 dt/ha
 
Stoppelweizen liegt eher unter 92 dt/ha. Somit hat sich die Gerste im Gegensatz zu den 90er Jahren dem Weizenertrag angeglichen bzw. der Weizen ist relativ deutlich schlechter geworden.

Entscheidend ist der Preisabstand, der im letzten Jahr minimal war.
 
Für Gerste spricht pflanzenbaulich:
 
- mehr Zeit für Bodenbearbeitung und Bestellung von Zwischenfrucht oder Raps
- Mehrerträge bei nachfolgendem Raps
- preisgünstige organische Düngung im Herbst möglich
- Entzerrung der Arbeitsspitzen bei Aussaat und Mähdrusch

(Auszug aus dem Rundschreiben)

12.07.2018
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").