Fruchtfolgen

Landberatung Northeim e.V.

 

Viele Landwirte haben in den letzten Jahren schon gespürt, dass die Vielfalt der Kulturpflanzen in den Fruchtfolgen sehr begrenzt ist. Die Rapserträge der letzten 3 Jahre waren vielfach unbefriedigend, umso häufiger, je enger die Fruchtfolge ist und der Raps in einer 3-gliedrigen Fruchtfolge steht.

Die erzielten Preise unterscheiden sich entsprechender Risikoteilung nicht so stark, aber in vielen Betrieben ist gar ein Rückgang der Naturalerträge zu sehen. Der Zuflug von Rapsschädlingen ist teils heftiger geworden, die Zahl der erforderlichen Maßnahmen gestiegen, der Bekämpfungserfolg hat sich aber per Saldo verschlechtert. Die Witterungsverläufe haben andererseits den Zuflug der Insekten gefördert, auch da scheinen sich Veränderungen zu ergeben.

Die Zukunft wird von den Betrieben eine stärkere Anbaudiversifizierung, Aufweitung der Fruchtfolgen erfordern. Da kommen weitere Faktoren wie Vorgaben der N-Bilanzen, Redu-zierung einiger Herbizide und Fungizide, da diese Mittel keine weitere Zulassung bekommen, zunehmende Herbizidresistenzen bei Gräsern und anderen Unkräutern, sowie Insektizidresistenzen. 

Zwischenziel  sollte mindesten die  4-gliedrige Fruchtfolge mit Raps sein, besser schon in Kürze noch weitere Fruchtfolgen gestalten. Jetzt ist es sehr eng geworden, die Erträge sinken, nicht nur witterungsbedingt, sondern auch wegen der zunehmenden Krankheiten (Verticiliium, Kohlhernie, Phoma, Schädlingsdruck). In vielen Betrieben ist es kaum möglich, den Raps durch ZR (teilw.) zu ersetzen. In den kupierten Regionen kann wegen der Nähe zu Wäldern und den erhöhten Wildschäden auch der Mais (Absatzmöglichkeit?) oft nur eine Teillösung bringen (Abnahmevertrag). Für einige Betriebe (Transport) kann begrenzt der Dinkelanbau (Vertrag) oder GPS (Vertrag) mit aufgenommen werden.  Die Eingliederung von Leguminosen könnte teils auf weniger steinreichen Böden mit der Erbse oder auch Ackerbohne auf Teilflächen erfolgen. Begünstigend würde eine staatliche Förderung wirken, die Anreize zur regionalen Eiweißerzeugung schafft. Das Einfügen einer Zwischenfrucht nach Gerste (keine Kreuzblütler) und nachfolgender späterer Weizensaat oder einer Sommerung kann auch etwas Entspannung bringen.

Das alles führt aber weniger zu einer Aufwertung der Deckungsbeiträge, bietet aber begrenzte Möglichkeiten zu anderer Fruchtfolgegestaltung, ohne die wir nicht nachhaltig und langfristig wirtschaften können. Wir haben Ihnen Ziele beschrieben. Natürlich kann man auch kurzfritig einmal davon abweichen, wenn sich z.B. nach früher Stoppelweizenernte sehr günstige Rapssaatbedingungen ergeben sollten. „Nix ist fix“. Insgesamt ist auch der vorhandene bodenbürtige Krankheitsdruck bei den anderen Kulturen zu sehen.

07.08.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").