Futterlücken schließen

Landberatung Rotenburg e. V.


Nach zwei trockenen Jahren ist das Grundfutter häufig knapp. Es stellt sich für einige Betriebe die Frage, wie neben dem Zukauf von Grundfutter vorhandene Futterlücken geschlossen werden können:

1. vorhandene Futtermengen überprüfen und hochrechnen wie lange das Futter bei aktueller Fütterung reichen würde. Durch kleinere Anpassungen an der Ration, die man jetzt vollzieht lassen sich schon erhebliche Futtermengen einsparen.

2. Den Tierbestand auf das notwendige Maß beschränken. Wer zu wenig Futter hat, hat evtl. auch zu viele Tiere.

3. Vermehrter Einsatz von Stroh, Stroh lässt sich bei Milchkühen ohne Probleme mit 1,5 kg/Tag einsetzen, bei Jungrindern sind bis zu 5 kg /Tier & Tag möglich. Dementsprechend muss die Ration mit Kraftfutter angepasst werden.

4. Auf den Standorten, die eine frühe Maisaussaat ermöglichen, können Maissorten aus der frühen Reifegruppe (S 200-220) angebaut werden, um einen Teil der Silomaisernte etwa 2 Wochen eher einzufahren. Soll die neue Ernte noch vor Mitte Dezember verfüttert werden, sind Zahnmaise ernährungsphysiologisch für die Rinderfütterung vorteilhaft.

5. Mais mit Feldgras als Vornutzung: Auf beregnungsfähigen Flächen sind die Voraussetzungen in diesem Jahr ideal, da viele Feldgrasbestände gut aus dem Winter gekommen sind und der Vegetationsstart in diesem Jahr beim Grünland mehrere Wochen früher ist. Ohne Beregnung ist das Risiko sehr groß, dass dem Mais nach Vornutzung nicht ausreichend Wasser zur Verfügung steht und in der Summe mit 2 Früchten nicht mehr als mit einer geerntet wird. Ohne Beregnung kann es empfehlenswert sein, die benötigten Feldgrasbestände in diesem Jahr durchgängig zu nutzen.

6. Für flächenknappe Betriebe kann es sinnvoll sein, die Anbaudiversifizierung in diesem Jahr nicht einzuhalten und einen prozentualen Anteil von über 75% Mais anzubauen. Die geringere Auszahlungssumme der Greningprämie lässt sich mit dem „Greeningrechner“ der Landwirtschaftskammer berechnen, zu finden auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer unter dem Webcode: 01026702

6. Ernte und Einsatz von Getreide-GPS: Für die Silierung von GPS kommen besonders Gerste, Weizen und Triticale in Frage, weil diese eine hohe Energiedichte im Korn haben und ein günstiges Verhältnis zwischen Korn und Stroh.
Der optimale Erntezeitpunkt liegt in der Regel ca. zwei bis drei Wochen vor dem Dreschtermin. Ein nachfolgender Anbau von Feldgras ist möglich, allerdings abhängig von der folgenden Witterung risikobehaftet. Auf beregnungsfähigen Standorten ist das Anbau-Risiko von folgendem Feldgras deutlich niedriger. Bei einer späteren Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln sind grundsätzlich die Wartezeiten einzuhalten, der Fungizideinsatz kann allerdings etwas reduziert werden. Der Anbau von Getreide-GPS ist nicht unproblematisch, die abgelieferten Futterqualitäten waren in den letzten Jahren auf Praxisbetrieben im hiesigen Umfeld häufig unter den Erwartungen.

7. In Biogasanlagen ist der Einsatz von Feldgras und Getreide-GPS technisch begrenzt, da die Gefahr besteht, dass zu dicke Schwimmschichten entstehen und die Pumpfähigkeit einbricht.

18.03.2020:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").