Getreideeinsatz in der Rinder- und Schweinefütterung

Landberatung Northeim e. V.


Wie beim Einsatz von Gras- oder Maissilage ist die Bestimmung der Inhaltsstoffe bei den eingesetzten Getreidearten für eine leistungsgerechte Futterzusammenstellung maßgebend. Eine Differenzierung zwischen Partien mit niedrigem oder normalem Hektolitergewicht ist dabei nicht notwendig.

Untersuchungen der Lufa Nord West zeigen, dass das Hektolitergewicht keinen zuverlässigen Hinweis auf unterschiedliche Energiegehalte/kg TS gibt und deshalb beim Verkauf Preisabzüge aufgrund ungenügendem Futterwert unbegründet sind.

Für eine Getreideprobe werden ca. 500 g benötigt, die Untersuchungskosten belaufen sich bei der Lufa Nord West auf 27 €/Probe zuzügl. MwSt. Untersuchungsaufträge erhalten Sie auch im Ringbüro.

Preiswürdigkeit von Futtermitteln
Der Substitutionswert von Futtermitteln im Vergleich zu Weizen und Soja errechnet sich nach der Futtermittelaustauschmethode. Unterstellt man 22,00 € netto für Weizen und 43,50 € für 44´er Soja errechnet sich z.B. eine Preiswürdigkeit für Roggen von 21,00 €/dt und für Triticale von 22,00 € in der
Rinderfütterung, für Schweine liegt sie noch 0,50 €/dt höher. Kann man nun diese Futtermittel zu einem niedrigeren Preis beziehen und damit Weizen in der Ration ersetzen, senkt das die Futterkosten. Neuere Versuche zeigen, dass eine Substitution von Weizen durch Triticale oder moderne Roggensorten z.B. in der Mastschweinefütterung zwischen 30 und 70 % ohne Leistungsverlust möglich sind. Auch in der Sauenfütterung werden nach heutigem Wissensstand solche hohen Anteile als unproblematisch eingestuft.
Ein unproblematischer Mutterkornanteil ist dabei vorausgesetzt.

Mutterkorn
Rechtlich liegt die Grenze für Mutterkorn bei 0,5 g/kg bei Brot- und 1g/kg bei Futtergetreide. Unterstellt man ein Gewicht/Mutterkorn von 0,035 bis 0,05 g entspricht das einem Besatz von 8 bis 13 Mutterkörnern/kg bei Brotgetreide und 16 bis 25 Körnern/kg bei Futtergetreide.

Da Mutterkorn giftige Alkaloide enthält, kann eine Verfütterung besonders an jungen oder tragenden Tieren negative Folgen haben. Neben Lahmheiten, Futterverweigerung und schlechtem Allgemeinzustand kann es zu Aborten, Nekrosen und Organversagen mit Todesfolge kommen. Das gilt für Rinder wie für Schweine.

01.09.2021:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").