Getreidelagerhygiene – Verunreinigungen verhindern

Landberatung Peine e. V.

 

Das Auftreten von Vorratsschädlingen wie z.B. Getreideplatt- und/oder Kornkäfern führen zu nicht unerheblichen Abzügen bei der Anlieferung der Getreides (Zusatzkosten durch Reinigung, Reinigungsschwund), es kann auch zur kompletten Weigerung einer Partie kommen. Um dies zu vermeiden, ist die effizienteste Maßnahme zur Verhinderung von Schäden die Reinigung des Lagers.

Deshalb sind vor der Einlagerung sowohl von Getreide als auch von Futtermitteln die Lagerräume (Silos, Hallen, Kornböden, etc.) und Förderwege (Schnecken, Förderbänder, Elevatoren, etc.) vollständig zu leeren und gründlich zu säubern (mit Besen, Industriestaubsauger, Luftkompressor). Ritzen und Fugen sind abzudichten und bauliche Mängel (Hohlräume) zu beseitigen.

Die Lagerung muss so gestaltet sein, dass eine Verunreinigung mit Düngemitteln, Bioziden, Pflanzenschutz- und Tierarzneimitteln, Abfällen, Fremdstoffen (z.B. Kot, Glas, Metall) oder sonstigen gefährlichen Stoffen (z.B. Mineralöl) vermieden wird.

Grundsätzlich gilt: Gegenstände, die mit Lebens-/ Futtermitteln in Berührung kommen, müssen angemessen sauber und ggf. vor Gebrauch gereinigt und desinfiziert worden sein!

Bei/nach der Einlagerung gilt dann
- trocken einlagern (Kornfeuchten <14,5%), keine Schüttkegel
- belüften, belüften, belüften!!! möglichst mit kühler Umgebungstemperatur und geringer   Luftfeuchte (<60%)
- regelmäßige Kontrolle (Temperatur, Feuchtigkeit, Schädlingsauftreten)!

Unterstützend zur mechanischen Lagerhygiene kann als chemisches Mittel zur Schädlingsbekämpfung in leeren Räumen vor der Einlagerung von Getreide und Hülsenfrüchten ein gehemigtes Präparat mit dem Wirkstoff Deltamethrin eingesetzt werden.

Von der Zulassungsbehörde (BVL) festgesetzte Anwendungsgebiete:

Schadorganismus:   Insekten
Anwendungszeitpunkt: bei Befall
Kultur:     Hülsenfrüchte, Vorratslagerndes Getreide (Leerraumbehandlung)
Anzahl der Behandlungen: 1 x pro Jahr
Aufwandmenge:   60 ml in 5-10l Wasser je 100m2

weitere Erläuterungen:

poröse/raue Oberfläche z.B. Holz: 20-30 ml auf 5l Wasser für 50 m²
glatte Oberfläche z.B. Beton, Stahl: 40-60 ml auf 5l Wasser für 100 m²



18.06.2018
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").