Glyphosateinsatz im Getreide

Landberatung Lüneburg e. V.

 

Die Anwendungsbestimmungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) begrenzen den Wirkstoffaufwand für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat und schränken die Spätanwendungen im Getreide ein.

Für Glyphosateinsätze allgemein gilt die NG352: Bei der Anwendung des Mittels ist ein Abstand von 40 Tagen zwischen Spritzungen einzuhalten, wenn der Gesamtaufwand von 2 aufeinanderfolgenden Spritzanwendungen mit diesem und anderen Glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmitteln die Summe von 2,9 kg/ha Glyphosat überschreitet.

Für Spätanwendungen im Getreide gelten zusätzlich die WA700/WA701: Eine Anwendung ist nur auf Teilflächen erlaubt, auf denen aufgrund von Unkrautdurchwuchs in Lagerbeständen oder aufgrund von Zwiewuchs in lagernden oder stehenden Beständen eine Beerntung nicht möglich ist. Eine Anwendung in Saat- und Braugetreide ist generell nicht zulässig.

Bevor unter Berücksichtigung dieser Umstände ein Glyphosateinsatz erfolgt, sollten die Bestände die Vollreife erreicht haben (weniger als 25% Kornfeuchte, Fingernageldruck bleibt auf dem Korn erhalten). Um eine befriedigende Wirkung zu erzielen, dürfen die Unkräuter zum Behandlungszeitpunkt nicht verholzt sein. Die Wartezeiten laut Zulassungsbedingungen betragen 7 bzw.14 Tage bis zur Ernte. Die Wassereinsatzmenge sollte maximal 200 l/ha betragen. Bei einfach formulierten Produkten ist ein Zusatz von 10 kg/ha Schwefelsaurem Ammoniak  oder eine Erhöhung der Aufwandmenge um ca. 1,0 l/ha unter Einhaltung der zugelassenen Mengen angeraten. Eine Bodenbearbeitung ist sofort nach der Ernte möglich.

Glyphosateinsatz auf Getreidestoppel nach der Ernte:

Folgende Dinge sind zu beachten: Das Stroh sollte kurz gehäckselt und möglichst gleichmäßig auf der Fläche verteilt werden, um eine optimale Benetzung zu gewährleisten. Wichtig ist, dass bei den Unkräutern ausreichend Blattmasse (Quecke: 3-4 neue Blätter) vorhanden ist, über die der Wirkstoff aufgenommen werden kann. (Auszug aus dem Rundschreiben)


04.07.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").