Grassamenproduktion –Eine Alternative?

Landberatung Schaumburg e. V.

 

Die Erträge der Mähdruschkulturen, die bei uns im Gebiet angebaut werden, waren in den letzten Jahren stagnierend oder beim Raps auch rückläufig. Auf der Suche nach den Ursachen werden immerwieder genannt: Klimaextreme, Anstieg der Schädlingspopulation, Resistenzen bei einigen Pflanzenschutzmitteln (z.B. Insektizide), Wegfall von Beizen, Auftreten von Fruchtfolgekrankheiten, enge Fruchtfolgen u.v.m. Erschwerend kommt hinzu, dass in den kommenden Jahren mit zunehmenden Einschränkungen im Pflanzenschutz (Wegfall von Mitteln, höhere Auflagen) und in der Düngung (Düngeverordnung) zu rechnen ist.
 
Eine Möglichkeit erweiterte Fruchtfolgen im Betrieb zu integrieren, ist der Anbau von Gräsern zur Grassamenproduktion. Dabei handelt es sich in erster Linie um den Anbau von Rotschwingel, Deutsches- sowie Welsches Weidelgras zur Vermehrung von Grassamen, so wie man es von der Saatgutvermehrung beim Getreide kennt. Die Vorteile dieses Produktionsverfahrens sind u.a. die Nutzung der vorhandenen Technik (Aussaat, Pflege und Erntetechnik), die erweiterte Stellung der Fruchtfolgeglieder in der Fruchtfolge, Erhöhung der organischen Substanz im Boden und somit Humusaufbau, Reduzierung des Schadgräser-Aufkommens, extensive Produktionstechnik, Entzerrung von Arbeitsspitzen in der Ernte (beim Anbau von Rotschwingel).

Neben den genannten, pflanzenbaulichen – und arbeitswirtschaftlichen Vorteilen ist es zurzeit auch wirtschaftlich interessant über eine Gräservermehrung nachzudenken, da die Märkte sich aktuell stabil zeigen. Die Deutsche Saatveredlung (DSV) möchte die Gräser-Vermehrungsfläche ausdehnen und sucht nach neuen Vermehrungsbetrieben.
 
Die Vermehrung von Rotschwingel könnte in Marktfruchtbetrieben auf Standorten mit mittleren Ertragsniveau und in bisher engen Raps-Getreidefruchtfolgen interessant sein.

Speziell für Futterbaubetriebe könnte der Anbau von Welschem Weidelgras interessant sein, da vor der Ernte noch eine Futterschnittnutzung möglich ist.
 
Falls Sie Interesse an weiteren Informationen haben, melden Sie sich bitte bis zum 4. Februar bei uns im Ringbüro. Zusammen mit der Deutschen Saatveredelung planen wir eine Infoveranstaltung, die wir Ihnen dann bei Bedarf anbieten.


29.01.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").