Grünland winterfest machen

Spezialberatungsring für Rinderhaltung und Futterbau e. V.

 

Um die Voraussetzung für hohe und qualitativ gute Grünlanderträge im folgenden Jahr zu gewährleisten, sollte das Grünland optimal vorbereitet in den Winter gehen. Die max. Aufwuchshöhe sollte 10 cm nicht überschreiten (Optimal 6 cm). Ein zu hoher Bestand ist durch ein erhöhtes Befallsrisiko für Schneeschimmel und Rost besonders auswinterungsgefährdet. Zudem bietet ein hoher Grasbewuchs gute Unterschlupfmöglichkeiten für Feldmäuse, so dass eine natürliche Dezimierung der Feldmauspopulationen  durch  Greifvögel  weniger  erfolgreich  ist.  Weiterhin  kann  dem  Befall  mit Tipula- Larven entgegengewirkt werden. Möglichkeiten, um die Aufwuchshöhe im Herbst zu regulieren, sind z.B. eine letzte Schnittnutzung, eine angepasste Beweidung oder eine Nachmahd, bzw. ein  Mulchen  der  Fläche.  Hierbei  sollte  beachtet  werden,  dass  die  Grasnarbe  nicht  unter  5  cm geschädigt wird. Auch Trittschäden und Fahrspuren, wie sie insbesondere bei zu nassen Bedingungen auftreten, sind zu vermeiden. Der Termin sollte nicht zu spät gewählt werden, da eine Nutzung die Entwicklung  der  Kälteresistenz  stört.  Dies  hat  eine  verringerte  Frosthärte  zur  Folge.  Mit  dem Abschluss der Vegetationsperiode sollte die Grunddüngungsplanung für das kommende Frühjahr erfolgen. Mit einer Beprobung der obersten 10 cm können die wichtigsten Parameter (pH- Wert, Kali, Phosphat und Magnesium) ermittelt werden. Eine Beprobung des Grünlandes ist alle sechs Jahre verpflichtend (bei einer Mindestgröße von 1 ha). Eine Abschlusskontrolle der Entwässerungssysteme bietet sich an, um Staunässe vorzubeugen.

Eventuell anstehende Kalkungen, sowie die Ausbringung von Stallmist (gut durchgerottet) können auf dem Grünland bei tragfähigen Böden ideal im Herbst ausgebracht werden. Die Sperrfristen sind dabei einzuhalten: Festmist von Huf- und Klauentieren 01.12. bis 15.01., alle anderen Miste 01.11. bis 31.01. Das Ausbringungsverbot auf gefrorenem Boden gilt auch für Stallmist!

12.11.2020:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").