Gute Stoppelbearbeitung bleibt wichtig

Landberatung Schaumburg e. V.



Die Gerstenernte läuft und somit richtet sich der Blick auf die Folgearbeiten. Eine gute Stoppelbearbeitung ist zur Bekämpfung von Unkraut- und Ausfallsamen, zur Verhinderung der Austrocknung des Bodens und zur Beschleunigung des Abbaus der Ernterückstände sowohl bei geplanter Mulchsaat der Folgekultur, als auch bei Pflugsaat sinnvoll und wichtig. 
 
Nach Getreide sollte die erste Stoppelbearbeitung, egal mit welchem Gerät sie durchgeführt wird, unverzüglich nach der Aberntung, möglichst flach (5-8 cm Arbeitstiefe) und mit guter Rückverfestigung erfolgen. In einer zweiten Stoppelbearbeitung werden dann mit einer Arbeitstiefe von 8-12 cm aufgelaufenes Ausfallgetreide und Unkraut eingearbeitet. Wenn sehr viel Ausfallgetreide entstanden ist, ist es sinnvoll den flachen Stoppelbearbeitungsgang zeitnah nach dem Auflaufen der ersten Ausfallgetreidewelle zu wiederholen und erst danach tiefer in den Boden einzugreifen.

Nur wenn im folgenden Frühjahr z.B. Zuckerrüben im Strohmulch-Verfahren bestellt werden sollen, kann durch einen in den Spätsommer hinausgezögerten ersten Stoppelbearbeitungsgang der Strohabbau vermindert und damit der Erosionsschutz in den Zuckerrüben verbessert werden.
 
Die erste Welle des ausgefallenen Rapses keimt auch unter Stroh und Kaff ohne vorherige Bodenbearbeitung. Daher sollte direkt nach der Ernte keine Stoppelbearbeitung erfolgen, um die Ausfallrapskörner nicht zu vergraben. Insbesondere bei langen Rapsstoppeln ist direkt nach der Ernte das Mulchen/Schlegeln der Rapsstoppeln in Erwägung zu ziehen. Durch das Mulchen wird die Stängelrotte gefördert, der Krankheitsdruck für den nächsten Rapsanbau gemindert und die enthaltenen Nährstoffe der nachfolgenden Kultur besser zur Verfügung gestellt. 
 
Bei einer Wuchshöhe von max. 10 cm sollte der Ausfallraps dann mit einer flachen Stoppelbearbeitung beseitigt werden, um der Schneckenausbreitung entgegen zu wirken und auch um gegen Kohlhernie und in Rübenfruchtfolgen gegen Rübennematoden vorbeugend zu handeln.

Bei entsprechend fortlaufend feuchter Witterung kann auch diesen Herbst ein hoher Schneckenbesatz befürchtet werden. Daher sollte jede Möglichkeit zur mechanischen Störung der Schnecken genutzt werden! Ein längeres ungestörtes wachsen lassen des Ausfallrapses ist ackerbaulich zu werten wie ein Raps-Zwischenfruchtanbau direkt nach dem Raps-Hauptfruchtanbau und daher insbesondere in engen Rapsfruchtfolgen bedenklich.

Wo Raps und Zuckerrüben in einer Fruchtfolge stehen, ist eine rechtzeitige Bekämpfung des Ausfallrapses auch wichtig, um eine Nematodenvermehrung zu verhindern. Rund 2-3 Wochen nach dem Auflaufen des Rapses wird die Temperatursumme erreicht, bei der der Raps zur Verhinderung der Nematodenvermehrung mechanisch oder chemisch beseitigt werden sollte. Sobald der zweite Rapsaufschlag wieder max. 10 cm hoch ist, ist folglich ein zweiter Stoppelbearbeitungsgang erforderlich. (Auszug aus dem Rundschreiben)

 

09.07.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").