Herbizideinsatz im Wintergetreide

Landberatung Hameln-Holzminden e.V. & VuB „Zwischen Deister und Leine" e.V.

In Kürze wird mit der Aussaat von Wintergetreide begonnen. Die Probleme in der Gräserbekämpfung haben auch in 2019 wieder zugenommen. Die Gründe sind in mehreren Faktoren zu suchen: fast ausschließlich frühe Saaten von Wintergetreide im Herbst 2018 (=deutlich mehr Gräserauflauf), trockene Böden bei der Herbstspritzung (= Nachbehandlungen oft schon im Herbst erforderlich), zu geringe Luftfeuchte bei den Frühjahrsspritzungen und z.T. auch zunehmende Resistenzen bei den Gräsermitteln. Bewährte Mittel verlieren die Zulassung und neue Wirkstoffe sind weiterhin nicht in Sicht!


Um die Gräser auch zukünftig noch in den Griff zu bekommen, sollten Herbstbehandlungen als Pflicht angesehen werden! Auch wenn im Frühjahr Nachbehandlungen z.B. gegen Gräser notwendig sein sollten, so ist die Herbstbehandlung im Rahmen des Resistenzmanagements unbedingt erforderlich (Nutzung unterschiedlicher Wirkstoffgruppen). Gegen Windhalm und Ackerfuchsschwanz, aber auch gegen Dikotyle wie z.B. Kamille nehmen die Resistenzen deutlich und immer schneller zu.


Grundsätzlich muss man 2 Arten der Herbstbehandlung unterscheiden.

Bei der Vorauflaufbehandlung wird frühzeitig nach der Saat ein bodenwirksames Mittel ausgebracht. Für eine ausreichende Wirkung (v.a. gegen Gräser) ist ausreichend Bodenfeuchtigkeit erforderlich.

Die andere Möglichkeit ist eine Herbizidanwendung im Nachauflauf im Herbst. Terminlich muss man sich dabei an dem Entwicklungsstadium des Ungrases ausrichten. Es werden dann boden- sowie blattwirksame Mittel im 2-3-Blattstadium des Grases gespritzt. Dies hat bei sehr trockenen Witterungsbedingungen Wirkungsvorteile.

Da die Gräserproblematik immer weiter zunimmt, sollten die im Folgenden beschriebenen Maßnahmen umgesetzt werden.
• Spätere Saat: Eine Verschiebung des Saattermins um eine Woche nach hinten (z.B. auf Mitte Oktober) reduziert den Druck mit Gräsern deutlich!
• Feines Saatbett: Bodenherbizide sind auf ein feinkrümeliges und gut abgesetztes Saatbett angewiesen. Das Anwalzen direkt nach der Saat kann vor allem auf Tonköpfen sinnvoll sein.
• Weite Fruchtfolge: Eine weit gestellte Fruchtfolge mit Sommerungen (Rübe, Mais, Bohne, Erbse, Sommergetreide) reduziert den Gräserbesatz.
• Schein-Saatbett erstellen: Auf Standorten mit starken Fuchsschwanzproblemen ist es sinnvoll den Acker 3-4 Wochen vor der Saat saatfertig zu machen. Der danach aufgelaufene Fuchsschwanz wird dann vor der Saat mit Glyphosat abgetötet. Die anschließende Saat darf dann nur noch mit sehr wenig Bodenbewegung erfolgen.
• Wirkstoffwechsel: Um die derzeitigen Herbizide möglichst lange ohne Resistenzen zu erhalten, ist ein dauernder Wirkstoffwechsel unersetzbar. Dazu sollte im Herbst der Einsatz von Flufenacet im Getreide unbedingt erfolgen. Der Einsatz des Wirkstoffs kann nur im Herbst erfolgen. Die anderen, hoch resistenzgefährdeten Wirkstoffgruppen werden dadurch geschont.

Auszug aus dem Rundschreiben

18.09.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").

11.09.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").