Junglandwirteförderung ab 2023

Landberatung Northeim e.V.

 

Durch die neue GAP wird es leider zu deutlich geringeren Ausgleichszahlungen im Vergleich zu den bisherigen Regelungen kommen. Im Durchschnitt unserer Mitgliedsbetriebe rechnen wir mit Einbußen in Höhe von ca. -80 € bis -100 € je Hektar. Die Erhöhung der Umverteilungsprämie wird dies für kleinere Betriebe etwas abmildern.

Deutlich erhöht wurde die Junglandwirteförderung auf 115 €/ha für bis zu 120 ha = 13.800 €/Betrieb/Jahr. Möglich ist die Förderung für einen Zeitraum von 5 Jahren.

Für Betriebe, deren Hofnachfolger/innen in den Startlöchern stehen, ergeben sich dadurch Chancen, die Verluste in der Agrarförderung auszugleichen.

Die grundsätzlichen Voraussetzungen lauten: unter 41 Jahre alt, weniger als 5 Jahre einen eigenen Betrieb, bisher noch keinen Antrag auf Jundlandwirteförderung gestellt wurde.

Zusätzlich wurde in der am 17.12.2021 verabschiedeten „Verordnung zur Durchführung der GAP- Direktzahlungen (GAP-Direktzahlungen-Verordnung – GAPDZV)“ folgendes festgelegt:
§ 9 Weitere Anforderung an Junglandwirtinnen und Junglandwirte
Weitere Voraussetzung für die Eigenschaft als Junglandwirtin oder Junglandwirt ist, dass die in § 12 Absatz 1 oder 2 des GAP-Direktzahlungen-Gesetzes genannte natürliche Person

1. über eine bestandene Abschlussprüfung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf des Ausbildungsbereichs Landwirtschaft oder einen Studienabschluss im Bereich der Agrarwirtschaft verfügt,
(oder)

2. erfolgreich an von den zuständigen Stellen der Länder anerkannten Bildungsmaßnahmen im Agrarbereich zur Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten zur Führung eines landwirtschaftlichen Betriebs in einem Umfang von mindestens 300 Stunden teilgenommen hat
oder  

3. mindestens zwei Jahre in einem oder mehreren landwirtschaftlichen Betrieben tätig war
a) aufgrund eines Arbeitsvertrages mit einer vereinbarten regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens 15 Stunden,
b) als mithelfende Familienangehörige oder mithelfender Familienangehöriger im Rahmen einer krankenversicherungspflichtigen Beschäftigung oder
c) als Gesellschafterin oder Gesellschafter eines landwirtschaftlichen Betriebsinhabers mit einer im Rahmen des Gesellschaftsvertrages vereinbarten regelmäßigen wöchentlichen Leistung von Diensten im Umfang von mindestens 15 Stunden.

Im Rahmen einer Familien-GbR sollte dieser letzte Abschnitt c) für GbR-Verträge beachtet werden! Weiterhin sind bestimmte Regelungen zur Betriebsleitung in den Verträgen nötig.

Diese neuen Regelungen müssen im Rahmen des deutschen Strategieplans durch die europ. Kommission noch innerhalb der nächsten 6 Monate genehmigt werden.

Um im Antragsjahr 2023 schon eine Junglandwirteförderung beantragen zu können, sollte eine GbR-Lösung oder eine Betriebspacht möglichst schon zum 01.07.2022 in Angriff genommen werden. Bitte sprechen Sie uns dahingehend gerne an.  Grundsätzliche Voraussetzung ist natürlich, dass eine solche Betriebsentwicklung von allen gewollt und in der gesamten Familie frühzeitig abgestimmt wird.


12.01.2022:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").