Kalkung - Einstellung eines optimalen pH-Wertes

Landberatung Gifhorn-Wolfsburg e. V.

 

Die Einstellung eines optimalen pH-Wertes und damit einhergehend einer optimalen Kalkversorgung ist mit die wichtigste Maßnahme zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Dem pH-Wert und somit der Kalkversorgung kommen folgende Bedeutungen zu:

⦁    optimale Nährstoffverfügbarkeit: Verfügbarkeit der Haupt- und Spurennährstoffe
Zu niedrige pH-Werte führen zu Kalium-, Magnesium-, Calciummangel, sowie Säure-Komplexschäden an den Kulturpflanzen. Zu hohe pH-Werte führen insbesondere auf den bei uns weit verbreiteten leichten Böden zu Mangan-, Kupfer-, Eisen- und Zinkmangelsymptomen

⦁    Verbesserung der Bodenstruktur durch Bildung von Kalkbrücken an Ton-Humus-Komplex; dadurch stabile Strukturbildung, größeres Porenvolumen, optimaler Luftaustausch (Durchlüftung/Erwärmung), verbesserte Wasserinfiltration (Erosion)

⦁    Förderung Bodenleben, dadurch bessere Nährstoffaufnahme, Nährstoffsorption, Humusbildung, Verminderung von Krankheiten (z.B. Schwarzbeinigkeit, Kohlhernie,etc.)

Kalkverluste treten neben der Auswaschung durch Entzug (Pflanzenernährung), saure Dünger, saure Wurzelausscheidungen, natürliche Versauerung durch Kohlensäurebildung während des Humusaufbaus, auf.

Erhaltungskalkung
Der optimale pH-Wert richtet sich nach der Bodenart, dem Humusgehalt und der anzubauenden Frucht. Die Erhaltungskalkung sollte mindestens einmal in der Fruchtfolge zu kalkliebenden Früchten wie Zuckerrüben oder Raps erfolgen und sich an aktuellen Bodenprobenergebnissen orientieren. Bei Unterschreitung des optimalen pH-Bereiches müssen die Kalkgaben gegenüber der Erhaltungskalkung gesteigert werden, um den pH-Wert mittelfristig bis zum gewünschten Niveau anzuheben. Um bei der Aufkalkung zu schnellen pH-Veränderungen und daraus folgenden Problemen vorzubeugen, sollten pro Kalkung bestimmte Kalkmengen nicht überschritten werden. Die maximal auszubringenden Kalkgaben sind umso kleiner, je leichter der Boden ist, da solche Böden mit niedrigen Tongehalten nur ein geringes Pufferungsvermögen aufweisen. Hier gilt die Devise: Lieber einmal öfter kleine Mengen Kalk direkt zur Kultur!

Zwischen der Kalkung und der Ausbringung von Wirtschaftsdüngern oder ammoniumhaltigen Mineraldüngern sollte mindestens eine Bodenbearbeitung liegen, um Ammoniakverluste zu vermeiden! (Auszug aus dem Rundschreiben)
(Martin Bittkau)


09.07.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").