Marktsplitter und Lagerpflege

Landberatung Northeim e. V.

 

Am Getreidemarkt stellte sich schon kurz vor der Ernte ein festerer Preistrend ein, der in den letzten 3 Wochen in eine Seitwärtsbewegung geschwenkt ist. Das Preisniveau liegt um 40-50 €/ t höher als zum Ver- gleichszeitraum des Vorjahres. Die knapperen Ernten haben Preiswirkung gezeigt.

Für Futterweizen werden zur Zeit 220-225 €/t erzielt, für B-Weizen gibt es leichte Aufschläge. Gerste rangiert ca. 15 €/t unter dem FuW. Im Moment wird nur sporadisch Ware nachgefragt, das betrifft sowohl die Mühlen als auch Futtermittelhersteller. So gibt es für spätere Liefertermine keine Preisaufschläge. Den Futtermittel- herstellern machen die sehr niedrigen Schweinepreise Sorgen. Mäster und Ferkelerzeuger werden die Erzeugung reduzieren. Dies könnte Auswirkungen auf den Futtermittelverbrauch zum Jahresende 2021 und Jahresbeginn 2022 haben. Kurzfristig könnte die bevorstehende (als gut eingeschätzte) Körnermaisernte (BRD und Ukraine) für etwas Druck auf die Getreidepreise sorgen. Auch international werden höhere Maisernten erwartet. Mit Prognosen für die weitere Preisentwicklung halten sich Marktexperten bedeckt. Vorkontraktpreise für die neue Ernte 2022 liegen etwa 30-25 €/t unter den aktuellen Preisen. Der letzte USDA- Bericht weist höhere Getreide-Endbestände weltweit aus. Der Markt scheint davon bisher wenig beeindruckt. Die Preisentwicklung am Rapsmarkt hat einen nicht geahnten Verlauf genommen. Die Erntepreise lagen um 110 -140/t € über den von November - März abgeschlossenen Vorkontraktpreisen. Und noch immer geht die Tendenz in den letzten 4 Wochen stetig langsam nach oben, die Grenze von 600 €/t wurde in den letzten Tagen vereinzelt überschritten. Das sind Preise, die wir in den letzten 25 Jahren nicht gesehen haben. Die Versorgungslage bleibt zunächst eng, da die europäische Ernte ja deutlich schwächer als geschätzt ausfiel und auch in Kanada deutlich geringere Erträge erreicht wurden.

Andere Erzeugungsländer wie Australien/ Ukraine können kurzfristig dieses Defizit nicht ganz auffangen und ausgleichen. Die Ölsaaten-Endbestände (weltweit, auch mit Soja und Sonnenblumen) werden nach dem September- USDA-Bericht auch höher geschätzt, es wird von einer Anbauausweitung der Sojaflächen ausgegangen. Eine Unsicherheit bilden immer Bestandsmeldungen aus China. Der Raps hat sich in der Preisentwicklung etwas abgekoppelt. Die steigenden Rohölpreise und gute Biodieselexporte wirken da auch preisstützend.

Die Rapsankaufspreise ab Hof für die Ernte 2022 überschreiten teils bereits die Höhe von 470 €/t, legten aber in den letzten Wochen etwas verhaltener zu. Dennoch erreichen wir auch hier im Vergleich zu den letzten 20 Jahren ein sehr hohes Preisniveau. Es gilt den Markt zu beobachten und zunächst kleine Schritte beim Abschluss von Vorkontrakten zu machen.

Lagerpflege
Versuchen Sie weiter, die Temperatur im Lager in den nächsten kühleren Nächten in Richtung 10/12 °C abzusenken. Neben der Sicherung der Konservierung verringert die Kühlung auch in erheblichem Umfang die Atmungsverluste sowie die Vermehrung von Lagerschädlingen (Kornkäfer und Getreideplattkäfer). Es ist erforderlich, die Oberfläche des Lagergutes zu glätten, damit überall der gleiche Strömungswiderstand gegeben ist. „Türme“ bilden Vermehrungszentren für Lagerschädlinge.



28.09.2021:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").