Maßnahmen in Zuckerrüben

Landberatung Gifhorn-Wolfsburg e. V.

 

Viele Bestände sind auch während der kalten Tage aufgelaufen und die ersten Herbizidmaßnahmen laufen. Achten Sie bitte darauf, die Unkräuter möglichst früh (Keimblattstadium) zu bekämpfen, da die Wirkstoffpalette kleiner geworden ist und die Blattaktivität der verbliebenen Mittel eingeschränkt ist.


Gräserbekämpfung in Zuckerrüben
Die Gräserbekämpfung sollte bei größeren Gräsern immer solo zwischen 2 NAK erfolgen. Nur bei sehr verträglichen Mischungen und gerade auflaufenden Gräsern kann ein Graminizid mit geringen Aufwandmengen zugesetzt werden.

Bei Solo-Behandlung und trockenen Bedingungen verbessern Ölzusätze bei einigen Produkten die Wirkung. Bei Mehrfachmischungen (z.B. Spectrum, Insektizide, Blattdünger, etc.) Mischbarkeiten und Verträglichkeiten beachten!

Schädlinge in Zuckerrüben
Nach zwei Jahren ohne insektizidem Beizschutz konnte man in diesem Jahr mit Neonikotinoiden gebeiztes Saatgut mit Sonderzulassung und besonderen Auflagen bestellen. Die Masse ist jedoch ohne diesem Schutz gedrillt worden, so dass diese Bestände selber kontrolliert werden müssen und je nach Schädling und Schadschwelle agiert werden muss, da der verbliebene Wirkstoff aus der Beize nicht systemisch verteilt wird. Als bedeutende Schädlinge treten auf:

 

Schädling

Bekämpfungsrichtwert

Moosknopfkäfer (oberirdisch)

20% geschädigte Pflanzen bis EC14

Rübenerdfloh

20% vernichtete Blattfläche oder 40% geschädigte Pflanzen bis EC12

Schwarze Bohnenlaus

30% befallene Pflanzen bis Reihenschluss;

ab Reihenschluss: 50% befallene Pflanzen

Grüne Pfirsichblattlaus

10% befallene Pflanzen bis Reihenschluss (1 Laus je 10 Pflanzen)

Rübenfliege

10% befallene Pflanzen (Larven) bis EC12

20% befallene Pflanzen (Larven) bis EC14

30% befallene Pflanzen (Larven) bis EC16

Gammaeule, Rübenaaskäfer

20% Blattschaden

Erdraupen

>1 befressene Pflanze je 2m2

 

Quelle: JKI Fachausschuss Pflanzenschutzmittelresistenz

Zur Einhaltung der Bekämpfungsrichtwerte sollten Sie sowohl selber ihre Schläge kontrollieren, als auch die Warnhinweise und Monitoring-Ergebnisse der diversen Anbieter (u.a. LWK, Nordzucker, Landberatung, etc.) aufmerksam verfolgen. Bei der Kontrolle sollten sowohl die Einzelpflanzen an diversen Stellen im Schlag begutachtet, als auch (v.a. zur Beobachtung des ersten Läusezufluges) Gelbfangschalen aufgestellt werden:
    - ab 4-Blattstadium der Rübe
    - Aufstellung im Schlag (mind. 15m vom Feldrand)
    - Abdeckung mit dünnmaschigem dunklen Draht
    - Kontrolle wöchentlich
    - wenn sich erste Läuse in den Gelbfangschalen befinden: intensive Kontrolle der Einzelpflanzen

Ein Insektizideinsatz sollte ausschließlich nach Schadschwellen-Prinzip und NICHT vorbeugend erfolgen (Resistenzstrategie)! Bei Bedarf zwingend bienen- und nützlingsschonend arbeiten!

(Auszug aus dem Rundschreiben)


29.04.2021:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen zu Mittelwahl und-anwendung wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").