Nach der Rapsernte: Rapsstoppelbearbeitung - Feldhygiene

Landberatung Northeim e. V.


Das Thema Feldhygiene war schon immer wichtig und wird künftig noch wichtiger. Der deutlichen Redu-zierung von Auflaufraps muss erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden, es ist mit entscheidend für die Krankheitsverbreitung in den Rapsfruchtfolgen. Auch die Rapsstoppel müssen kurzfristig intensiv zerkleinert werden, damit nicht Krankheiten (Verticillium) noch stärker Dauersporen bilden. Wer hier in der Vergangenheit nachlässig gehandelt hat, erlebt jetzt die Auswirkungen. Auch die Folgen nachlässiger und unbedachter Handlungen vor 10-15 Jahren mit spätem Herbizideinsatz wirken sich negativ aus.

Nach dem Drusch muss zügig in irgendeiner Form eine hohe Sterberate der auf dem Feld verbliebenen Rapssamen erreicht werden. Dabei ist es wichtig, so viel wie möglich Samen zum Keimen zu bringen. Als Lichtkeimer besitzt der Raps nicht sehr viel Kraft, um bis zur Oberfläche durchzustoßen. Alle tieferliegenden Samen können eine Keimruhe (Dormanz) ausbilden und dort mehrere Jahre überdauern, bevor sie wieder durch Reize von Feuchte/Temperaturwechsel oder einer Bearbeitung später auskeimen. Das führt dann zu unerwünschten Auflaufpflanzen im Bestand beim nächsten Rapsanbau. Da sind negative Ertragswirkungen in Versuchen festgestellt worden!

Folgende angepasste Varianten bieten gute Voraussetzungen für eine hohe Auflaufrate des Ausfallrapses. Die alphabetische Reihenfolge stellt unsere Empfehlung dar:

A )   Mit dem Mulchen (Einsatz Mulchgerät) der Rapsstoppel sogleich nach der Rapsernte wird eine sehr hohe Auflaufquote des Ausfallrapses erreicht. Dabei gelangen mehr Rapskörner in günstige Keimbedingungen. Dies funktioniert aber nur dann gut, wenn die Spreu noch recht locker liegt und nicht durch Regen fester am Boden „klebt“ oder wenige Tage später die keimenden Rapswurzeln schon das Kaff „festhalten“. Das Mulchen ersetzt auch eine erste sehr flache Bodenbearbeitung. Gleichzeitig werden durch die Rapsstängelzerkleinerung Infektionsquellen für Phoma und Verticillium stark reduziert (das ist außerordentlich wichtig). Für das Mulchen fallen Kosten an, die mindestens so hoch sind wie bei einer Bodenbearbeitung.

B ) Als weitere Variante kann unter ähnlichen Bedingungen ein scharfer Striegelstrich (auch mit folgender Walze möglich) eingesetzt werden. Es werden hohe Flächenleistungen erreicht. Ein Zerkleinerungsgrad der Rapsstoppel ist aber weniger gegeben (geringere Begrenzung der Verticilliumvermehrung), es werden die Rapskörner aber in günstige Keimposition gebracht. Danach wartet man bis max. 2. Laubblatt des Auflaufrapses und lässt dann eine weitere sehr flache Bodenbearbeitung folgen. Ist die Witterung trockener, kann z.B. mit der sehr flach eingestellten Kurzscheibenegge gearbeitet werden. Für die sehr flache Bearbeitung sind enge Scheibenabstände oder kleinere Durchmesser günstig.

C ) Regnet es sogleich nach der Rapsernte und das Rapsstroh/ Spreu klebt schon am Boden, ist es ratsam zunächst ca. 10 Tage zu warten, bis ein großer Teil des Rapses keimt und das erste Laubblatt bildet. Dann erfolgt der Arbeitsgang z.B. mit einer Kurzscheibenegge oder auch kreuzdiagonal mit scharfem Striegel-strich oder einem andern Bodenbearbeitungsgerät, das max. eine Bodenbearbeitungstiefe von 3-5 cm erreicht.  Die Effekte auf die Strohzerkleinerung sind geringer.

06.08.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").