Neuansaaten Grünland

Stader Beratungsringe e. V.

 

Die Effizienz auf dem Grünland steht und fällt mit der Narbenzusammensetzung und der Narbendichte. Durch die Futterknappheit in den vergangenen Jahren sind Neuansaaten auf dem Grünland leider häufig unterblieben. Trockene Witterungsperioden zeigen aber immer wieder, dass Neuansaaten länger „durchgehalten haben“ als Altnarben. Des Weiteren wird durch eine Neuanlage des Grünlandes neben der Futterqualität auch die Ernteelastizität deutlich verbessert. Vor dem Hintergrund derzeit gut gefüllter Grundfutterläger und der geplanten Einsatzeinschränkung von Glyphosat sollte dieser Herbst unbedingt für Neuansaaten bei „entarteten Altnarben“ (Quecke, gemeine Rispe, Knöterich Ampfer, Bärenklau, Hahnenfuß, Wiesenkerbel, usw.) und/oder unebenen Flächen genutzt werden. In diesen Fällen ist eine Nachsaat wenig sinnvoll!

Ein gut rückverfestigtes feinkrümeliges Saatbett bei flacher Saatgutablage (1 – 2 cm tief) ist das A und O! Insbesondere bei losen Moorböden sollten die Flächen bereits vor der Saat gewalzt werden. Ein weiteres Walzen nach der Saat verbessert Bodenschluss und Kapillarität.

Bei Neuansaaten insbesondere auf sehr leichten Flächen oder auf Übergangsböden zwischen Moor und Marsch mit geringer Mächtigkeit an fruchtbarem Oberboden ist dem sehr robusten Rohrschwingel mehr Beachtung zu schenken. Diese Gräserart zeichnet sich durch ein ausgeprägtes Wurzelsystem und einer dickeren Wachsschicht aus, was insbesondere in trockenen Jahren große Vorteile hat. Auf den oben beschriebenen Böden macht daher z.B. eine Mischung aus Rohrschwingel, Knaulgras und Deutschem Weidelgras Sinn. Bei guten Bodenverhältnissen ist jedoch weiterhin eindeutig das Deutsche Weidelgras vorzu- ziehen, da Verdaulichkeit, Energiedichte und Ernteelastizität deutlich besser sind. Nachsaatmischungen mit Rohrschwingel sind nicht zu empfehlen, da die Konkurrenzkraft zu schwach ist.

An dem Genehmigungsverfahren der Grünlanderneuerung mit Bodenbearbeitung hat sich nichts geändert. Bei Moorstandorten muss neben der bekannten Bescheinigung dem Landkreis noch zusätzlich eine „Ergänzung zur flachen Narbenerneuerung auf Moorstandorten“ eingereicht werden.

Bei Nachsaaten von „reparaturwürdigen Flächen“ mit 10 – 20 kg mit Schlitzdrille oder Striegel ist der Herbsttermin bis Ende September ebenfalls deutlich einer Frühjahrsmaßnahme vorzuziehen. Vorher muss unbedingt eine Unkrautbekämpfung stattfinden! Aufgrund gesetzlicher Düngungsbeschränkungen sollten für eine zukünftig ausreichende Nährstoffversorgung 6 – 9 % Weißklee in der Nachsaatmischung sein.

Bei allen politischen Vorgaben und Veränderungen werden die Grundfutterleistung, die Grundfutterqualität und somit die Qualität unserer Grünlandflächen eine enorme Bedeutung bekommen, da die Effizienz über Allem stehen wird.

18.08.2021:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").