Niederschlagsereignis vom vergangenen Wochenende und Fungizide zur Anschlußbehandlung im Kartoffelanbau

Landberatung Peine e. V.

 

Am vergangenen Samstag sind im Raum Peine zwischen 20 und 30 mm Niederschlag gefallen, teilweise mit erheblichem Hagelschlag. Die Rüben, der Mais, Sommergerste und Roggen haben es eigentlich noch ganz gut überstanden, aber die Kartoffeln sind teilweise erheblich beschädigt. In vielen Fällen sind die Stängel abgeknickt oder stark beschädigt. Kontrollieren Sie bitte ihre Bestände und leiten Sie umgehend vorbeugende Fungizidbehandlungen ein.

Wenn unmittelbar vor dem Hagel ein vollsystemisches Fungizid eingesetzt wurde, reicht es jetzt mit einen teilsystemischen- und Kontaktmittel in Mischung in jeweils voller Aufwandmenge nachzusetzten. Befindet sich die Kartoffel noch im vollen Krautzuwachs (bis Beginn der Blüte) und die letzte Fungizidanwendung ist länger als eine Woche her, dann sollte ein vollsystemisches mit einem Kontaktmittel in Kombination mit jeweils der vollen Aufwandmenge eingesetzt werden.

Die jetzige schwüle und warme Witterung fördert die Krautfäuleentwicklung erheblich, so dass die Spritzabstände jetzt auf 8 max. 10 Tage verkürzt werden sollten. 

Jedes Krautfäulefungizid hat Stärken und Schwächen. In der Praxis kommt es deshalb darauf an, in Abhängigkeit von der aktuellen Situation das wirkungsvollste Präparat auszuwählen. Hierbei spielen der Einsatzzeitpunkt und der Krautfäuledruck eine wesentliche Rolle.

Generell ist auf eine vollständige Benetzung der Stauden zu achten. Viele Praktiker unterschätzen den Einfluss der Wasseraufwandmenge auf den Bekämpfungserfolg. Nach Versuchserfahrungen sind zur Ausschöpfung der vollen Fungizidleistung 400 l Wasser/ha nötig. Bei starker Laubbildung (Hauptwachstumsphase und/oder laubstarke Sorten) sind hingegen 500 l/ha anzuraten.

Zu welcher Tageszeit sollten die Fungizidbehandlungen durchgeführt werden?
Dabei gilt folgendes: Systemische Wirkstoffe müssen von der Pflanze aktiv aufgenommen werden.

Kartoffelstauden, die unter Hitze- oder Trockenheitsstress leiden, sind dazu kaum in der Lage. In Schönwetterperioden sind diese Fungizide deshalb in den frühen Morgenstunden auszubringen. Taunasse Pflanzen sind dabei von Vorteil! Grundsätzlich ist dieser Zeitraum auch für die Kontaktmittel als optimal anzusehen.

Mittags und nachmittags ist aufgrund verstärkter Luftbewegung (auch von der Erdoberfläche nach oben) die Abtriftgefahr besonders hoch. Aus diesem Grund sollten zu diesem Zeitpunkt keine Spritzungen durchgeführt werden.

Auszug aus dem Rundschreiben

18.06.2020:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen zu Mittelwahl und -anwendung wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").