Nitrat- und Phosphat-Kulisse ausgewiesen

Lanberatung Schaumburg e.V.

Am 10. September wurde der Entwurf der „Niedersächsische Verordnung über düngerechtliche Anforderungen zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat oder Phosphat“ und der Entwurf der Gebietskulissen der nitrat- und phosphatsensiblen Gebiete veröffentlicht.

Für die ausgewiesenen Gebiete sollen höhere Anforderungen gestellt werden, die über die Anforderungen der neuen Düngeverordnung hinaus gehen.

Dazu gehören in den nitratsensiblen Gebieten:
· Verpflichtende Wirtschaftsdüngeranalysen vor Aufbringung auf die Flächen.
· Das Einarbeiten von Wirtschaftsdünger und Gärresten innerhalb von 1 Stunde (bisher 4 Stunden).
· Erhöhung der Mindestlagerkapazität für flüssige Wirtschaftsdünger und Gärreste auf 7 Monate (bisher 6).

In den phosphatsensiblen Gebieten sind vorgesehen:

  • Verpflichtende Wirtschaftsdüngeranalysen vor Aufbringung auf die Flächen.
  • Auf hoch und sehr hoch versorgten Böden ist nur eine reduzierte P-Düngung möglich, um eine P-Abreicherung im Boden zu erzielen. In der Gebietskulisse gibt es Einschränkungen auf Schlägen mit einer Phosphorversorgung ab 25mg P2O5/ 100g Boden nach der CAL-Methode. Das entspricht in der gängigen Einheit der Bodenuntersuchungsergebnisse 10,9 mg P/100 g Boden (Gehaltsklasse D).
  • Erhöhung der Mindestlagerkapazität für flüssige Wirtschaftsdünger und Gärreste auf 7 Monate (bisher 6).

Die Anforderungen an die höhere Mindestlagerkapazität gelten, wenn mindestens 35% der ldw. genutzten Betriebsfläche und zugleich 5 ha oder mindestens 35 ha in den Gebietskulissen liegen.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Internetlink: https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/nitrat-und-phosphat-kulisse-ausgewiesen-180472.html

Die detaillierten Gebietskulissen können Sie über folgenden Link einsehen:
https://sla.niedersachsen.de/landentwicklung/LEA/

Verbände haben nun drei Wochen Zeit, um zum Verordnungsentwurf Stellung zu nehmen. Die Verordnung soll Mitte November dem Kabinett zur Verabschiedung vorgelegt werden. Die Verordnung tritt dann am Tag nach der Verkündung in Kraft. Zwei der Maßnahmen sind jedoch mit Übergangsfristen versehen, um eine Anpassung auf den Betrieben zu ermöglichen: Die erhöhten
Anforderungen an den Lagerraum gelten ab Juli 2021; die Regelungen zur reduzierten P-Düngung gelten in gestaffelter Form ab Januar 2021.

Noch weitergehende Einschränkungen „für Gebiete mit Nitratbelastung“ (sogenannte Rote Gebiete) sind in naher Zukunft von der bundespolitischen Ebene zu erwarten. Das wird dann in Niedersachsen wohl die jetzt ausgewiesene Gebietskulisse der nitratsensiblen Gebiete betreffen.

Vorgeschlagen wurde auf Bundesebene unter anderem:

  • Die Reduzierung der Düngung in den Gebieten mit besonders hohen Nitratwerten um 20 % im Betriebsdurchschnitt, zusätzlich gibt es eine Mengen-Obergrenze in Höhe von 170 kg Stickstoff je Hektar und Jahr pro Schlag bzw. für Einzelflächen. Um betriebs- und anbauspezifischen Besonderheiten Rechnung zu tragen, sollen Betriebe flexibel entscheiden können, welche Kulturen weiter nach maximalem Bedarf gedüngt werden. Im Gegenzug muss auf anderen Flächen in den besonders belasteten Gebieten weniger gedüngt werden, um die Mengen-Obergrenzen einzuhalten;
  • eine bis zu vier Wochen verlängerte Sperrzeit in belasteten Gebieten;
  • größere Abstände zu Gewässern beim Düngen von 10 Metern bei einer Hangneigung über 15 % und von 2 Metern bei einer Hangneigung zwischen 5 und 10 %, um das Abschwemmen von Stickstoff in angrenzende Gewässer zu verhindern (gegenüber bislang pauschal 5 Metern in hängigem Gelände).
  • Für extensiv wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe und Ökobetriebe gelten Ausnahmen. So sollen Betriebe, die durchschnittlich auf ihren Landwirtschaftsflächen weniger als 160 kg Stickstoff je Hektar und Jahr und davon max. 80 kg mineralisch düngen, von der Reduzierung der Düngung und der Mengen-Obergrenze freigestellt werden.
  • Auch auf Dauergrünland soll die Düngung nicht reduziert werden müssen.
  • Außerdem soll eine Herbstdüngung von Raps möglich sein, wenn mit einer Bodenprobe nachgewiesen wird, dass der Düngebedarf nicht aus dem Bodenvorrat gedeckt werden kann.

18.09.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").

 

 

Informieren Sie sich auch auf unseren Seiten über den Nährstoffmanager:

- https://www.naehrstoffmanager.de/duengeplanung/

- https://www.landberatung.de/service/landberatung-naehrstoffmanager/naehrstoffmanagement.html

- https://www.naehrstoffmanager.de/stoffstrombilanz/

- http://www.ackerschlagkartei.com/Startseite/