Raps-Schädlinge

Landberatung e. V. Fallingbostel

 

Die Rapsaussaat ist nun vollständig abgeschlossen und die ersten Bestände zeigen sich im 2- bis 4-Blatt Stadium. Hier gilt es den Schädlingszuflug mit Gelbschalen im Auge zu behalten. Bei den kühleren Temperaturen der vergangenen Tage sind vermehrt Rapserdflohschäden zu beobachten. Diese treten meist in der unmittelbaren Nähe der Sommerlager des Schädlings auf (Saumbiotope, Wald, Mais). Die Bekämpfungsschwelle des Lochfraßes liegt bei 10% der Blattfläche im 3-Blatt Stadium. Nach dem Reifungsfraß beginnt die Eiablage des Käfers. In der Zeit des 4- bis 6-Blatt Stadiums müssen 50-75 Käfer (innerhalb von 3 Wochen) in der Gelbschale oder 3-5 Larven in der aufgeschnittenen Pflanze im Oktober/ November gezählt werden, um die Schadschwelle zu überschreiten. Eine Behandlung erfolgt aufgrund der Resistenzgefahr erst  nach Erreichen der Bekämpfungsschwelle mit Pyrethroiden.

Darüber hinaus ist nun vermehrt auf den Befall durch Schnecken zu kontrollieren. Zwar treten Schnecken vermehrt auf schweren Standorten (mit Kluten) auf, allerdings können Schnecken auf nicht ausreichend rückverfestigten Böden bei „feuchter“ Witterung (Regen, Tau) auch auf leichteren Standorten ein Problem darstellen. Die Schnecken befallen den Raps in der Regel in der unmittelbaren Nähe zu Saumbiotopen. Hierzu ist mit einer Folie (ein Jutesack funktioniert genauso) und ein wenig Schneckenkorn die Fläche zu kontrollieren (abends ködern – morgens kontrollieren). Bei Befall können Metaldehyd oder Eisen-III-Phosphat Präparate eingesetzt werden. Bei Eisen-III-Phosphat kommt es nicht zum typischen Ausschleimen der Schnecken, sodass diese Präparate für Schläge mit vermehrtem Publikumsverkehr vorzuziehen sind. Beachten Sie bei der Mittelwahl die angegebenen Auflagen zum Gewässerabstand.

15.09.2020:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").