Rapsanbau: Einzelkornsaat als Alternative?

Landberatung Gifhorn-Wolfsburg e. V.

 

Die Einzelkornsaat beim Raps ist auch im Ringgebiet verbreitet. Untersuchungen belegen, dass dadurch homogenere Bestände durch gleichmäßigeren Feldaufgang, kräftigere Einzelpflanzen, mehr Wurzelmasse (dadurch bessere Wasser-/Nährstoffausnutzung) sowie ein schnelleres Tiefenwachstum entstehen können.

Durch besseren Lichteinfall soll das Schotenpaket gleichmäßiger nach unten abreifen. Zu berücksichtigen ist, dass die Aussaatstärke deutlich zurückgenommen werden muss, da die Standraumkonkurrenz in der Reihe sonst zu groß ist (Pflanzen schieben sich gegenseitig in Höhe, dünnere Stängel). Bei Saatterminen um den 20.08. reichen 25-30 K/m2 aus! Dies stellt jedoch hohe Anforderungen an Technik, Bediener und Saatgut! Durch späteren Reihenschluss (Bodenbedeckung zwischen Reihen) ist evtl. ein höherer Herbizidaufwand einzuplanen; ebenso sind Schädlinge (z.B. Schnecken und Mäuse) noch weniger zu tolerieren!

Wird die Einzelkornsaat kombiniert mit Strip-Till-/Schlitzsaat können ggf. Unterfußdünger gleichzeitig platziert werden. Hier eignen sich (je nach Bedarfsermittlung) DAP, SSA, Kali oder Kombinationsdünger. Der Kostenmehraufwand der Saattechnik muss über das eingesparte Saatgut bzw. eingesparte Überfahrten kompensiert werden.

Erste Versuche mit Einzelkornsaat im weiten Reihenabstand laufen darüber hinaus zum gezielten Einsatz der Hacktechnik.


12.08.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").