Rapsernte 2019 - Sortenwahl

Landberatung Springe e. V., Landberatung Northeim e. V.

 

 
Landberatung Springe e. V.

Winterraps: Die Rapsernte brachte auch in diesem Jahr wieder  unbefriedigende Erträge. Es wurden Rapserträge zwischen 15 und 45 dt/ha je nach Region erzielt. Immer mehr Betriebe überlegen aus wirtschaftlichen Gründen auf den Rapsanbau zu verzichten. Die Schotenwelke, der Befall mit Rapsglanzkäfer, die Sorte, der Hitzstress und Wassermangel werden als weitere Ursache der schlechten Erträge aufgeführt. Die wirkliche Ursache wird wohl nicht zu klären sein, da aneinander angrenzende Schläge bei gleicher Vorfrucht, Düngung und Sorte sehr unterschiedliche Erträge aufwiesen.

Im Ringgebiet traten die niedrigen Erträge regional auf. Die kohlhernietoleranten Rapssorten und die schnell abblühenden Sorten schnitten ertraglich besser ab. Auch zeigte sich, dass auf einigen Schlägen bis zu 5 Insektizidmaßnahmen gegen Rapsglanzkäferbefall erforderlich waren. Eine Empfehlung zu den diesjährig anzubauenden Rapssorten gestaltet sich sehr schwierig. Neben den hier aufgeführten vorläufigen LSV-Ergebnissen der Landwirtschaftskammer sind in meiner Sortenempfehlung überwiegend die Ertragsergebnisse aus der Praxis eingeflossen.  Die Empfehlungen legen den Schwerpunkt auf die Eigenschaften: Ertrag, Lagerneigung, gleichmäßige Abreife und Gesundheit.

Saattermin: Bedenken Sie, dass Sorten mit einer langsamen Jugendentwicklung nicht zu spät bestellt werden sollten, um eine ausreichende Vorwinterentwicklung zu erreichen. Die frühen Bestelltermine brachten im letzten Jahr die besseren Erträge.


Landberatung Northeim e. V.

Raps-LSV-Ergebnisse 2018/2019 und Sortenempfehlung


Für die Sortenwahl ist die Berücksichtigung der bereinigten Marktleistung der Rapssorten das entscheidende Leistungskriterium, es beinhaltet die monetären Zu-/Abschläge des Ölgehaltes. Zur Ernte 2019 fallen die Ölgehalte etwas niedriger aus. Da zur Zeit nur sehr spärlich LSV- Ergebnisse eintreffen, haben wir noch einmal die die Ergebnisse der Jahre 2016-2018 dargestellt.
Mehrjährig bewährte Sorten sollten die Basis bei der anstehenden Sortenentscheidung bilden und durch vielversprechende neuere Sorten ergänzt werden.
Es bestätigt sich, dass die in den vergangenen 3 Jahren erzielten Leistungssteigerungen von „Spitzensorten“ auch jetzt von mehr Sorten erreicht werden, die Basis wird breiter.
Zur Orientierung haben wir für Sie die neuen Ergebnisse mit den bereinigten Marktleistungen der geprüften Sorten mehrjährig aus dem LSV der LWK Nds. dargestellt.

Das Thema TuYV wurde besonders 2017 stärker diskutiert, nach stärkerem Befall mit Blattläusen im Herbst 2016. Ob nun eine Sorte mit Resistenzeigenschaften auch sichere Mehrerträge erreicht, erscheint gar nicht immer sicher. Möglicherweise gibt es auch Toleranzen und Selektionen von Sorten mit geringerer Virusan-fälligkeit und genetisch hoher Leistungsfähigkeit bei anderen Züchtern. Wir sehen im Moment noch keinen klaren Trend, alle Züchter bearbeiten diese Thematik aber jetzt intensiv. So finden wir bei den Neuzu-lassungen viele TuYV -resistente Sorten. Diese Sorten erreichen gleiche oder bessere Leistungen wie anderer Spitzensorten.

Auszüge aus den Rundschreiben - Bitte wenden Sie sich bezüglich Sortenempfehlung an Ihren Berater vor Ort.

07.08.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").