Schossdüngung im Wintergetreide

Landberatung Schaumburg e.V.

In Abhängigkeit des Bestandsbildes gilt es, mit einer rechtzeitigen Nachdüngung für eine gleichmäßige Stickstoffversorgung zum Schossbeginn zu sorgen. Auch bei gut entwickelten Beständen sollte die Schossdüngung spätestens im 1-Knotenstadium zur Verfügung stehen. Wintergetreide mit Saatterminen bis ca. 10. Oktober beginnt mit dem Schossen, so dass vielfach innerhalb der kommenden 7-14 Tage über die Schossdüngung zu befinden ist. Die dieses Jahr relativ hohen Nmin-Richtwerte sollten nicht vollständig in der Schossdüngung, sondern anteilig auch erst in der Ährengabe berücksichtigt werden.

Von dem Stickstoffbedarf bis Schossbeginn sind die bereits organisch und mineralisch gedüngten Mengen abzuziehen, um auf die noch fehlende Düngergabe zu kommen. Nach langjährigen Erfahrungen können frühe Güllegaben im Februar im Wintergetreide bei Schweinegülle mit 40-50%, bei Biogas-Gärresten mit 30-40% und bei Rindergülle mit 20-30% des enthaltenen Gesamt-N auf den Düngerbedarf bis zur Schossdüngung angerechnet werden. Weitere 20-30% des Gesamt-N aus Gülle/Gärrest sind dann zur Ährengabe in Abzug zu bringen. Bei deutlich späterer Gülleausbringung setzt die Wirkung auch später ein, so dass die frühe Anrechenbarkeit sinkt und die spätere Anre-chenbarkeit zur Ährengabe entsprechend erhöht wird. In schwach entwickelten Beständen besonders auf kalten und umsetzungsträgen Böden sollte früher und mit schnell wirksamen Düngern (KAS/AHL) aufgedüngt und mit Stickstoff etwas vorgehalten werden (+10-20 kg N/ha). N-Begrenzungen aufgrund der Düngebedarfsermittlung nach Düngeverordnung sollten vornehmlich im Bereich der Abschlußgabe zu Abschlägen führen und nur allenfalls moderat im frühen Bereich. Entscheidend für die Höhe und Terminierung der weiteren Düngergaben bleibt das jeweilige Bestandsbild.

(Auszug aus dem Rundschreiben)

04.04.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").