Situation Grundfutter

LUB Sittensen-Wilstedt e. V.

 

Obwohl wir jetzt den langersehnten ersten Regen bekommen haben, ist es für viele Bestände schon zu spät. Ernüchternd sind die Ergebnisse mit schwachen Erträgen und schlechten Qualitäten. Dennoch ist hochwertiges Grundfutter die Basis für eine wirtschaftliche Milchproduktion. Aber was machen? Die Brachflächen (Code 591), die ab dem 16.07. zur Verfütterung freigegebenen werden, sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn die Halme sind nicht minder ausgedörrt.

Momentan zählt wohl eher der Slogan: „Wir retten, was zu retten ist!“
Aber wie jetzt handeln, um genügend und gut durchsiliertes Grundfutter für die Tiere zur Verfügung zu haben.

- Tiere, die sowieso demnächst vom Hof gehen, bereits jetzt verkaufen
- Rationen anpassen, energiereiche Rationen für die Kühe und die Jungtiere. Rinderrationen möglichst mit Stroh strecken. Kraftfutter für die benötigte und fehlende Energiezufuhr (bei allen Tieren!) füttern, über Kontrakte nachdenken
- Den nächsten Schnitt sobald wie möglich vom Grünland fahren. Es ist zwar nur wenig drauf, aber die Energie geht verloren. Nach diesem Regen wächst der nächste Schnitt besser, wenn das alte Gras runter ist
- Jetzt mehrjähriges Ackergras direkt nach Getreide sähen, um noch mehr energiereiche Grassilage zu bekommen
- Zwischenfrüchte zur Futternutzung anbauen
-  Grundfutter (wenn möglich) von anderen Betrieben kaufen
- Weniger Stroh zur Einstreu verwenden bereits jetzt nach Alternativen suchen
- Bereits jetzt Nachsaat der Grünlandbestände vorziehen, um eine Grundlage für ertragreiche Grünlandbestände zu schaffen. Saatgut wird vermutl. knapp
- Änderung der Anbauplanung 2019 um Reserven aufzubauen, verschiedene Kulturen und jeweils verschiedene Sorten anbauen, um Wetter-, Ertrags- und Preisrisiken abzupuffern und die-Standorte widerstandsfähiger zu machen
- Ein abgestimmtes Finanzmanagement muss finanzielle Risiken, die jeder Unternehmer zu tragen hat, abfedern. In guten Jahren sollten, wenn möglich, Rücklagen für schlechte Jahre gebildet werden. 
- Jeder Betrieb sollte seine Zahlen kennen und demnach frühzeitig anstehende finanzielle Engpässe kalkulieren und mit der Hausbank und/oder dem Handel bei Engpässen nach Lösungen suchen. Wir sind Ihnen hierbei gerne behilflich.
 

(Auszug aus dem Rundschreiben)


13.07.2018
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").