Umsatzsteuer- Pauschalierungssatz soll reduziert werden

Landberatung Schaumburg e. V.

 

Ab 01.01.2022 will die Bundesregierung den Pauschalierungssatz von bisher 10,7% auf voraussichtlich 9,5% senken. Bislang liegt zwar nur ein Gesetzentwurf vor, jedoch wird davon ausgegangen, dass dieser ohne großen Widerstand die parlamentarischen Hürden nehmen wird.

Für Pauschalierende Betriebe wird damit die Differenz zwischen den Ausgaben (oft 19 % MwSt.) und den Einnahmen (9,5 % statt 10,7 % MwSt.) größer. Da der Pauschalierungsvorteil somit ab dem Jahr 2022 geringer werden könnte, ist eventuell für einige Betriebe ein Wechsel in die Regelbesteuerung doch eine Option. Zahlen aus unseren Betriebszweigauswertungen zeigen, dass in einem durchschnittlichen Jahr Schweinemäster 1,77 € je Schwein und Milchviehhalter 38 € pro Kuh und Jahr durch die Senkung des Pauschalierungssatzes verlieren.

Vor allem Veredler, die aktuell von niedrigen Schweinepreisen sowie hohen Futter- und Energiekosten betroffen sind und die gleichzeitig vor einer Betriebsteilung stehen, um die neue Pauschalierungsgrenze von 600.000 € Nettoumsatz pro Kalenderjahr einzuhalten, sollten die Situation noch einmal neu bewerten. Das Gleiche gilt für Landwirte, die in der Vergangenheit stark investiert haben. Denn diese erhalten bei einem Wechsel in die Regelbesteuerung einen Teil der Vorsteuer aus ihren Investitionen zurück. Zudem ist der Aufwand für eine Betriebsteilung nicht zu unterschätzen.

13.10.2021:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort") und sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater.