Virusvektoren im Herbst

Landberatung Hameln-Holzminden e.V. & VuB "Zwsichen Deister und Leine" e.V.

Bislang sind nur wenige Blattläuse im Getreide zu finden. Im Raps hingegen sind flächendeckend Läuse zu finden. Durch die frühe Getreidesaat müssen die Flächen im Blick behalten werden.
Wenn Gerstenflächen im Herbst mit dem Gelbverzwergungsvirus (BYDV) infiziert werden, sind im Frühjahr die gelben, nesterweise auftretenden Stellen in den Beständen zu erkennen. Die Pflanzen kümmern und bleiben un-terständig. Auch Weizen kann infiziert werden, er ist jedoch unanfälliger als Gerste. Das Virus wird durch Blattläuse übertragen, wobei bei einer gezielten und rechtzeitigen Insektizidbehandlung die Schäden auf ein Minimum reduziert werden können.
Im Weizen sorgt das Weizenverzwergungsvirus (WDV) zunehmend für Schäden. Es wird nicht durch Blattläuse sondern durch Zikaden übertragen. Die befallenen Pflanzen verfärben sich nicht wie bei dem Gelbverzwergungsvirus in einem auffälligen Gelbton. Infizierte Pflanzen bleiben unterständig und die Blattspitzen verfärben sich meist rot-violett. Besonders in der Nähe von gehäckselten Maisflächen und Zwischenfruchtflächen muss mit hohen Befalls-vorkommen gerechnet werden!

Die optimalen Insektizidtermine sind ab dem 2-3-Blattstadium des Getreides erreicht. Kombinationen mit späten Herbizidanwendungen sind möglich. Wenn Herbizide vorher appliziert wurden, empfiehlt sich besonders in der Wintergerste eine Zugabe von 1–1,5 l/ha Mangannitrat zum Insektizid.

Generell müssen die Getreidebestände regelmäßig beobachtet werden, solange noch frostfreie Witterung mit Tagestemperaturen über 10 °C vorherrschen. Die Bekämpfungsschwelle liegt derzeit bei 10% befallenen Pflanzen. Reagiert werden muss mit einem Insektizid spätestens dann, wenn die Bildung von Kolonien eingesetzt hat.

Auszug asu dem Rundschreiben

11.10.2018
Anmerkung der Redaktion: Bei Fragen zu Pflanzenschutzmitteln und Aufwendmengen sowie sonstigen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").