Vollbütenspritzung Raps

Beratungsringe der Stader Saatzucht e.V.

Die Blütenbehandlung erfolgt zum Zeitpunkt der Vollblüte (50 % der Blüten am Haupttrieb sind geöffnet, erste Blütenblätter liegen am Boden) und muss bis Blühende abgeschlossen werden.

Das Auftreten und das tatsächliche Schadausmaß der Hauptkrankheit Weißstängeligkeit (Sklerotinia) lassen sich nur sehr schwer vorhersagen. Fruchtkörper wurden bisher nicht gefunden, jedoch können Temperaturen > 18 °C, Feuchtigkeit und morgendlicher Tau ausreichen und den Befall zu begünstigen, sofern Sporenmaterial gegenwärtig ist. Wenn zu Beginn der Blüte Sporen gegenwärtig sind, kann dies bei feucht-warmer Witterung zu einer Neuinfektion führen. In Fruchtfolgen mit hohem Rapsanteil und oder bei hohen Ertragserwartungen wird eine Maßnahme daher empfohlen. Wo Raps in weiterer Fruchtfolge steht, könnte ggf. bei sehr trockener Witterung vor und während der Blüte die Spritzung entfallen.

Es ist eine Wasseraufwandmenge von > 300 l/ha einzusetzen. Der Zusatz von Bor ist auch noch möglich. Ein Insektizidzusatz zur Blüte darf nicht prophylaktisch erfolgen, sondern nur, wenn 0,5-1 Kohlschotenrüssler je Pflanze bzw. 1 Kohlschotenmücken je 3-4 Pflanzen auftreten. Der Rapsglanzkäfer wird in der Blüte vom Schädling zum Nützling (Bestäubung!) und daher nicht mehr bekämpft.

Unbedingt auf Bienenschutz achten! Auch bienenungefährliche Mittel sollten möglichst erst nach dem täglichen Bienenflug eingesetzt werden. Um Bienenstöcke sollte im Umkreis von 60m kein Insektizid zum Einsatz kommen und vor einer Behandlung sollte der Imker informiert werden.

Ausschlaggebend für die Mittelwahl sind bei relativer Wirkungsgleichheit der Mittel (zumindest bei geringem Befall), die Mittelkosten und die Frage, inwieweit sich die Bienenschutzauflage bei Mischung mit Insektiziden ändert.

08.04.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").