Vorbereitung Weideaustrieb

Stader Beratungsringe e. V.

 

Die Witterung der letzten Wochen hat die Entwicklung der Weidegrasbestände sehr positiv beeinflusst und bereits Mitte April zum Erreichen der Weidereife geführt. Außerdem hat die Futterknappheit zu einem früheren Beginn der Weidesaison beigetragen. Bei 10 cm Wuchshöhe der Hauptbestandsbildner liegt der optimale Termin für den Weideaustrieb vor. Ist dieser Termin aus arbeitswirtschaftlichen Gründen nicht einzuhalten, so ist es für Narbe und Futterqualität sinnvoller, den 1. Aufwuchs zu silieren als ihn „zertreten“ zu lassen!
 
Da frisches Weidegras über einen hohen Anteil an unbeständigem Eiweiß bei gleichzeitig Rohfasergehalten von deutlich unter 20 % verfügt, ist in der Fütterung von weidenden Kühen entsprechend gegenzusteuern.

Rohfaser- und Energieausgleich über Silage, Heu oder Futterstroh im Stall sind zwingend notwendig, um eine Pansenübersäuerung zu vermeiden. Die Ergänzung mit Raps/Soja ist ebenfalls erforderlich, damit es nicht zu einem Mangel von darmverfügbarem Eiweiß kommt. Dieser Effekt gewinnt an Wichtigkeit, da sich außerdem die Futteraufnahme verringert und die Passagerate erhöht. Die Umstellung sollte möglichst gleitend erfolgen, um möglichst wenig Stress bei den Tieren zu verursachen.

Auch auf der Weide gilt: Wasser ist das günstigste Futtermittel und sollte in Form von Trogtränken in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Die Mineralstoffversorgung von Weidevieh ist vielfach unzureichend, insbesondere auf ärmeren Weide-Standorten. Da ein kontinuierliches Zufüttern an der Machbarkeit scheitert, stellen Kupfer- und Selen-Boli sowie Mineralstoff-Leckwannen eine sinnvolle Maßnahme dar.

Vor dem Austrieb von Jung- und Mastvieh muss unbedingt auf die Parasitenbekämpfung geachtet werden, um ausreichende Tageszunahmen zu erzielen, da die Tiere neben dem Grünfutter auch Würmer von der Weidefläche aufnehmen. Hier ist speziell auf Leberegel, Magen-, Darm- und Lungenwürmer hinzuweisen.

Speziell in nassen Jahren ist der Druck an Lungenwürmern besonders hoch. Aufgusspräparate gegen Parasiten sind kostengünstig und einfach zu handhaben. Es muss jedoch arbeitsmäßig möglich sein, mit z.B. einem Fang auf der Weide nach ca. 6 – 8 Wochen einen Wiederholungsaufguss durchzuführen.

Die spezielle Mittelwahl sowie die erforderlichen Wartezeiten sind mit dem Tierarzt abzustimmen. Fliegenohrmarken für Färsen müssen außerdem Standard bleiben.

Um die Arbeitswirtschaft, ein geringes Erstkalbealter und somit die Aufzuchtkosten zu optimieren, sollten nur sicher tragende weibliche Rinder auf die Weide. Belegungen während der Weidesaison sind ein guter Vorsatz, es scheitert jedoch häufig an der Machbarkeit.

02.05.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").