Vorgaben zur Frühjahrsdüngung

LB Hameln-Holzminden und VuB Deister/Leine

 

Nach Ende der Sperrfrist wird vor allem der organische Dünger möglichst frühzeitig zu Winterkulturen und auf Grünland ausgebracht, um eine größtmögliche Ausnutzung des Stickstoffs zu gewährleisten. Damit beginnt die Düngesaison 2022 und es stellt sich die Frage, welche Vorgaben dabei gelten:

Am 15. Januar endete die Sperrfrist für Phosphat und Festmist (in roten Gebieten am 31.01.).
Am 31. Januar endet die Sperrfrist auch für alle weiteren Düngemittel.   

Bei der Ausbringung von organischen und mineralischen Düngern müssen die Regelungen der Düngeverordnung beachtet werden. Die folgenden Bedingungen gelten für stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel, dazu gehören:
Gülle, Jauche, Gärreste und Mist. Die Sperrfrist auf Acker- und Grünland endet mit dem 31. Januar.

Düngebedarfsermittlung:
Vor der Aufbringung wesentlicher Nährstoffmengen muss die Düngebedarfsermittlung erstellt werden. Der Düngebedarf muss für jeden Schlag berechnet werden. Bis zum Vorliegen betriebseigener Nmin-Werte oder den Richtwerten der LWK ist mit den Durchschnittswerten der letzten fünf Jahre zu rechnen.  

Warendeklaration:
Vor Aufbringen von Düngemitteln (organisch & mineralisch), Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten oder Pflanzenhilfsmitteln muss deren Gehalt an Gesamt-N, verfügbarem N (NH4) und Gesamtphosphat schriftlich mittels Warendeklaration mitgeteilt worden sein.

Einarbeitungspflicht:
Die Einarbeitung organischen Düngemitteln auf unbestelltem Ackerland sowie abgestorbenen Zwischenfrüchten muss innerhalb von 4 Stunden (in roten Gebieten 1 Stunde) nach der Ausbringung abgeschlossen sein. Bei warmem, sonnigem und/oder windigem Wetter sollte die Einarbeitungszeit entsprechend verkürzt werden, um höhere Verluste zu vermeiden. Festmiste von Huf- und Klauentieren sowie Komposte/Champoste und andere Düngemittel mit < 2 % TM unterliegen nicht der Einarbeitungspflicht.

Wirtschaftsdünger in Zwischenfrüchten:
Eine Ausbringung in Greening-Zwischenfruchtbeständen darf frühestens ab dem 16. Februar erfolgen (Einarbeitungspflicht)! Wenn Zwischenfrüchte vor der Aussaat der Hauptfrucht zu Futterzwecken geerntet werden sollen, kann die Aufbringung ohne Einarbeitungspflicht nach Ende der Sperrfrist erfolgen.


Wirtschaftsdünger vor Sommerungen:
Grundsätzlich ist nach Düngeverordnung der Aufbringzeitpunkt so zu wählen, dass verfügbare und umsetzbare Nährstoffe von den Pflanzen zeitgerecht aufgenommen werden können und die Mengen dem Bedarf der Pflanzen
angepasst sein müssen. Grundsätzlich werden dafür ca. 4 Wochen vor der Aussaat der Sommerungen anerkannt.
Beachten Sie dies bitte auch bei der Terminierung der Düngung zu Rüben und Mais.


Aufnahmefähigkeit des Bodens:
Ist der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder schneebedeckt, dürfen Düngemittel mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff (> 1,5 % i.d. TS) und Phosphat (> 0,5 % i.d. TS) nicht auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht werden. Auf wassergesättigten Flächen befindet sich zumindest in Teilbereichen in der Fläche (nicht in Fahrspuren) Wasser auf der Oberfläche.
Als schneebedeckt gilt ein Boden, dessen Oberfläche durch Schneelage nicht mehr zu erkennen ist. Auf gefrorenem Boden darf unabhängig von der Frosteindringtiefe nicht mehr gedüngt werden. Einzig darf auf gefrorenen Böden noch Kali oder Kalk gedüngt werden. Bei Carbokalk muss jedoch bedacht werden, dass dieser nicht innerhalb der P-Sperrfrist aufgebracht werden darf, jedoch innerhalb der Stickstoff-Sperrfrist aufgrund seines niedrigen N-Gehaltes (< 2 % N).

Aktuelle Abstände zu Gewässern:
- 10 m Abstand bis zur Böschungsoberkante (BÖK) an Gewässern 1. Ordnung (z.B. Leine). (NWG)
- 5 m Abstand zur BÖK an Gewässern 2. Ordnung (Bewirtschaftung durch Unterhaltungsverband)  und 3. Ordnung (z.B. Feldgräben)
oder …
- 1 m bei präziser Ausbringtechnik (Schleppschlauch, -schuh, Schlitztechnik, Pflanzenschutzspritze). Gilt nicht bei Gewässern 1. Ordnung.

Hangneigung:
Bei Flächen mit > 5 % Hangneigung innerhalb von 20 m am Gewässer gelten erweiterte Randabstände. (Auszug aus dem Rundschreiben)
 
18.01.2022:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").

 

Informieren Sie sich auch über unsere Module des Nährstoffmanagers:

- https://www.naehrstoffmanager.de/ackerschlagkartei/

- https://www.naehrstoffmanager.de/duengeplanung/

- https://www.landberatung.de/service/landberatung-naehrstoffmanager/naehrstoffmanagement.html

- https://www.naehrstoffmanager.de/stoffstrombilanz/

- https://www.naehrstoffmanager.de/naehrstoffboerse/