Vorsicht vor nitrosen Gasen bei der Grassilierung

Spezialberatungsring für Rinderhaltung und Futterbau e. V.

 

Bei  der  Silierung von sehr  jung entwickelten Futterpflanzen ist  mit  noch hohen Nitratgehalten im Futter  zu rechnen.  Bei  der  Silierung wird ein großer  Teil  des  Nitrats  abgebaut.  Die  Umbauprozesse  hemmen  dabei Buttersäurebakterien,  was zunächst  gut  ist.  Allerdings sind die stickstoffhaltigen Gase beim Entweichen aus dem Silostock gesundheitsgefährdend. Verätzungs- aber auch Erstickungsgefahren drohen! Die  stickstoffhaltigen  Gase  (nitrose  Gase)  können  sichtbar  als  braunes  Gas  aus  dem Silo  herausströmen.

Innerhalb der ersten beiden Gärwochen wird bei der Silierung Nitrat enzymatisch oder mikrobiell über mehrere Stufen  abgebaut.  Hierbei  entsteht  zeitweise  auch  Nitrit,  von  welchem  eine  hemmende  Wirkung  auf Buttersäurebakterien bekannt  ist.  Die  Endstufe  der  Umbauvorgänge  von  Nitrat  sind  stickstoffhaltige  Gase (nitrose  Gase),  die  aus  dem  Silo  entweichen.  Für  das  Futter  selbst,  stellen  diese  Vorgänge  keine Qualitätsbeeinträchtigung dar! Siliertechnisch sind die beschriebenen Vorgänge nicht zu beeinflussen!

Sollten Sie ein Abheben der Siloplane über das Silo beobachten, dann meiden Sie die Nähe zu diesem Silo für einige Zeit. Lassen Sie unbedingt die Plane geschlossen und stecken Sie auf keinen Fall Rohre unter die Plane zum Ablassen der Gase. Die Gase lösen sich nach einigen Tagen von selber wieder auf! Weisen Sie auch andere Personen auf die Gefahr hin – hier sind besonders die Kinder gemeint!

Nitrose Gase können schwere Lungenentzündungen (Lungenödem)  hervorrufen,  die im schlimmsten Fall  bis zum Tod führen können – also Vorsicht!


20.05.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").