Wie verändern sich mehrjährige Blühstreifen?

Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen


Saatmischung an verschiedenen Standorten im Test

Seit vier Jahren untersucht das KÖN zusammen mit der Hochschule Osnabrück mehrjährige Blühstreifen, die mit der BS2-Standardmischung eingesät wurden. Der Versuch soll dazu dienen, die Entwicklung der Blühstreifen an verschiedenen Standorten zu beobachten, die Saatmischung bei Bedarf anzupassen und Pflegeempfehlungen zu geben. 

Auf den Versuchsflächen entwickelten sich die Pflanzen sehr unterschiedlich. Auf sandigen Flächen war die Vegetation im ersten Jahr deutlich niedriger und schütterer als auf den anmoorigen Flächen. Die mehrjährigen Wildpflanzen konnten sich hier aber gut etablieren und blühten im zweiten und dritten Jahr. Sie litten jedoch 2018 und auch in diesem Jahr unter der extremen Trockenheit. Die Vegetationsdecke wies zum Teil große Lücken auf. Wildpflanzenarten wie Schafgarbe, Spitzwegerich und Johanniskraut zeigten sich jedoch als sehr robust und erholten sich nach Niederschlägen schnell wieder. Der Deckungsgrad der Blühmischung betrug im August 2019 mehr als 90 Prozent.

Auf den anmoorigen Flächen war die Blüte im ersten Jahr besonders ansprechend. Im zweiten Jahr nahmen dort Gräser und Wurzelunkräuter wie Acker-Kratzdistel und Brennnessel stark zu. Dieser Trend setzte sich im dritten Jahr fort. In den sehr trockenen Jahren 2018 und 2019 litt die Vegetation auf diesen Flächen nicht ganz so stark wie auf den sandigen Vergleichsflächen. Auch hier konnten sich bestimmte Pflanzen wie die Wiesenflockenblume, das Wiesen-Labkraut und der Spitzwegerich gut durchsetzen. Die Blühmischung erreichte hier aber vor allem im ersten Jahr mit den einjährigen Kulturarten einen hohen Deckungsgrad, der dann abnahm und in den vergangenen beiden Jahren nur noch maximal 40 bis 50 Prozent betrug. 

Mehrjährige Blühflächenanlagen gelingen am besten, wenn sie vor der Aussaat wenig Wurzelunkräuter und Gräser aufweisen. Blühpflanzen entwickeln sich nicht gut auf extrem tro-ckenen und ständig beschatteten Standorten. (Birgit Petersen)

14.10.2019
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").